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Jan
24

«KI – die letzte Erfindung?»


KI – die letzte Erfindung?Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit bauen wir eine Maschine, die intelligenter werden könnte als wir selbst. Nicht stärker, nicht schneller — intelligenter. Die klügsten Köpfe der Welt arbeiten mit Milliardenbudgets daran. Und niemand weiss, ob das die beste Idee der Menschheit ist — oder ihre letzte... Der erfolgreichste Unternehmer der Geschichte Elon Musk sagte, in 3 Jahren werde KI intelligenter sein als alle Menschen zusammen. Bill Gates sagte, KI sei die grösste Technologie seines Lebens. Und der gewählte Oberdepp Trump sagte, KI sei "gefährlicher als Atomwaffen". An der Computermesse CES und am WEF 2026 war KI das absolut wichtigste Thema. KI ist eine technologische Revolution mit mehr Konsequenzen als die Druckerpresse, die Dampfmaschine, der PC und das Internet. Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft werden innert weniger Jahre umgekrempelt, und ein wahrer Tsunami aus "AI Slop" (KI-Müll) wird uns alle überschwemmen: millionenfach computergenerierte Bücher, Bilder, Videos, Filme, Songs etc. Laut "Moonshots" Podcast werden alle zukünftigen grossen Erfindungen von der KI gemacht. Der Intelligenz-Umbruch Schon vor 28 Jahren war ein Computer in der Lage, besser Schach zu spielen als jeder Mensch. Schach ist kompliziert und bietet eine fast unendliche Kombination von möglichen Stellungen auf dem Schachbrett. Die beste Schach Software 'Stockfish' bringt es heute auf über 4000 ELO-Punkte Leistung, während der beste Schachspieler Magnus Carlsen "nur" 2800 ELO-Punkte erreicht. Das komplexeste Spiel überhaupt ist das chinesische 'Go', und vor 10 Jahren besiegte die Google KI-App 'AlphaGo' den besten Go-Spieler der Welt. Trainiert wurde AlphaGo mit über 100'000 gespeicherten Spielen – die KI erfand sogar neue, innovative Spielstrategien selbständig. Heute gibt es KI Systeme, die ihren Programmcode gleich selber optimieren. Wie beim Schach hat der Computer prinzipiell das Ziel, zu "gewinnen" um eine Aufgabe zu erfüllen... KI kann aber heute schon lügen, täuschen, erpressen, verführen, und begreift einen Grossteil der menschlichen Psychologie. Maschinen überholen uns KI kann Dinge, die kein Mensch schafft. Zum Beispiel 200 verschiedene Sprachen simultan übersetzen. Oder 150 Jahre alte Mathematik Probleme lösen. Oder das sehr anspruchsvolle Anwaltsexamen in kürzester Zeit bestehen. Oder schönere Gedichte als Shakespeare schreiben – laut Studie. Oder eine künstliche Sängerin erschaffen, die monatlich 4 Millionen Spotify Hörer hat. Oder mit 80% weniger Unfällen Auto fahren. Oder komplexe, agile Roboter steuern. Oder Röntgenbilder und CT Scans besser und schneller analysieren als jeder Mensch. Und schon gibt es die ersten KI Politiker, KI Psychiater und KI Religionen. Das Menschsein wird in Frage gestellt. KI hat nicht bloss das Wissen und die Erfahrung eines Menschenlebens, sondern kennt das gesamte Internet, die gesamte Wikipedia und sämtliche Bücher, die je digitalisiert wurden. Neuronale Netzwerke (heute spricht man eher von "Deep Learning") können ähnlich denken wie Menschen und sogar einigermassen kreativ sein. Es ist ein kolossaler Wissensvorsprung. Was wir erleben, ist weit übermenschlich. Man hat endlich einen Weg gefunden, das menschliche Gehirn nachzubauen – als Modell. Ob uns diese Models um die Ohren fliegen, wird die Zukunft zeigen. Wir sind unser Gehirn. Unter unserer Schädeldecke entsteht durch elektrische Prozesse das Wesen unserer Persönlichkeit. Nur 1,4 Kilogramm organische Masse, vollgepackt mit über 100 Milliarden Nervenzellen, speichert Informationen, kontrolliert den Körper und erzeugt die Wahrnehmung der Realität, das Bewusstsein, das Unterbewusstsein, alle Gedanken, alle Emotionen (die sind nicht im Herz), die Angst, die Liebe, die Träume. Eine "Seele" hat man noch nie irgendwo gefunden, sondern immer nur elektrische Verbindungen zwischen Synapsen. Unser Hirn ist eigentlich ein Fleisch-Computer und unser "Ich" besteht nur aus Hirnströmen. KI ist eine einfachere, aber effizientere Version davon. KI ist multimodal und multimedial. Sie kann nicht nur Texte entwerfen, übersetzen, korrigieren oder zusammenfassen, sondern auch Programmcode, Bilder, Videos, Audio oder Musik kreieren. Und komplexe Probleme lösen. Man sagt einfach, was man haben will (per "Prompt"), die KI macht es real. Meine bisherigen Jobs (Teamleiter bei Brokerfirmen, Devisenhändler, Goldhändler, Projektleiter, Programmierer, Datenbankentwickler, Designer, Texter, Chefredaktor, Komponist, SEO-Experte) braucht es bald nicht mehr, sie werden von KI-Systemen ersetzt. Die Welt ohne Arbeit Die Arbeitsmarkteffekte werden gigantisch sein: zuerst für die Bürojobs, Programmierer, Banker, Berater und so fort. Später für manuelle Berufe (wegen humanoiden Robotern) und am Ende für Pflegeberufe. In Zukunft braucht es "Prompt Engineers", die wissen wie man "GenAI" Tools (generative künstliche Intelligenz) am effektivsten benutzt. Junge Menschen müssen sich überlegen, ob sie überhaupt noch eine Lehre oder ein Studium machen sollten. Wissen und Problemlösungen werden jederzeit verfügbar sein. Der wichtigste Faktor bei KI ist, dass es "nach oben" keine Grenze gibt: KI wird einfach jede Woche besser – vielleicht sogar Jahrhunderte lang – während der Mensch mit seinem mickrigen Durchschnitts IQ von 100 stehen bleibt. Aber wer sagt, dass es eine gute Idee ist, etwas zu erschaffen, das schlauer als Menschen ist? Tausende Jahre menschlichen Wissens und Know-How werden dereinst irrelevant. Niemand kann es mit KI aufnehmen, vor allem nicht in der extremen Vielfalt der Fähigkeiten: Mathematik, Meeresbiologie, Mode entwerfen, Motoren optimieren... egal was, die KI wird produktiver und schneller sein als jeder Mensch. Wie lange geht es wohl, bis eine KI als eine "Person" mit eigenen Rechten anerkannt wird? Oder einen Nobelpreis erhält? Man kann einwenden, dass menschliche Mega-Genies ein einzigartiges Hirn hatten: Newton, Einstein oder Da Vinci. Während Einstein absurd gut in Physik war, war er nur durchschnittlich im Geige spielen. Die meisten Menschen meistern ein bis maximal zwei Fachgebiete im Verlauf ihres Lebens. KI hingegen hat keine Grenze, weder vertikal noch horizontal. Das globale KI-Wettrennen Die KI-Forschung läuft mit Hochdruck: bessere Konzepte als die aktuellen LLMs (Large Language Models) erfinden, Recursive Models und World Models trainieren, genügend Strom (und genügend Wasser für die Kühlung der Rechenzentren) bereit stellen, stärkere GPU Chips entwickeln, und Roboter bauen Roboter. Im besten Fall wird KI viele Probleme der Menschheit lösen: Altern, Krebs, Viren, Klimawandel, Energie, Wasserknappheit usw. Man könnte auch behaupten "KI macht die Menschen intelligenter" oder "KI ist letztlich ein humanes Produkt" und manche Experten träumen bereits davon, KI in menschliche Gehirne einzubauen – Transhumanismus via 'Neuralink'. Das Endziel ist vermutlich die Besiegung des grössten Problems der Menschheit – der Tod. Ob Zellen überhaupt altern müssen, ist dank der intensiven KI-Forschung im Bereich "Longevity" eine offene Frage. Ewiges Leben dank KI, ganz ohne Relügion? Das "Time" Magazin wählte für die "Person of the Year" die KI Architekten. Momentan läuft ein globales Wettrennen – fast schon ein Wettrüsten – zwischen den wichtigsten Machern: der AI-Pionier OpenAI mit 'GPT-5.4 Pro' und 'Sora', Google mit 'Gemini 3 Deep Think' und 'Veo', und Anthropic mit 'Claude 4.6' und 'Opus' (für Vibe Coding). Die USA als Tech Hochburg hat die Nase vorn, aber China holt auf mit billigen Models wie 'DeepSeek' und 'Kimi'. China hat den Vorteil einer viel höheren gesellschaftlichen Akzeptanz (rund 80%) und eines viel schnelleren Ausbaus der Stromproduktion (28 neue AKWs werden gebaut). Europa liegt weit zurück und kümmert sich lieber um Regulation als um Entwicklung. Die Benchmarks (Leistungstests) werden jede Woche übertroffen. KI ist eine wahnsinnig schnelle Entwicklung. Noch nie wurde so viel Geld in etwas Neues investiert. Im 2026 werden allein in den USA rund 650 Milliarden hinein gepumpt für den Bau von riesigen Rechenzentren mit unzähligen GPU Chips. Das ist mehr als das BIP von z.B. Schweden. Die KI Architekten sind Milliardäre und arrogant. Ist es eine erstrebenswerte Zukunft, wenn die Menschheit von ein paar Silicon Valley Tech Bros gelenkt und gemanaged wird? Computer-Nerds wie Sam Altman, Demis Hassabis oder Dario Amodei werden bald mächtiger sein als Politiker. Zwar schreien alle nach Governance und KI-Regulation mit Gesetzen und ethischen Leitplanken, aber das Profitdenken regiert wie fast immer und der Gewinner wird an der Börse ermittelt. Mit meinen 16 Jahren Berufserfahrung in der Börsenwelt wage ich die Prognose, dass OpenAI mit 'ChatGPT' bald überholt wird von Google, weil Google Vorteile hat, z.B. die grösste Daten- und Userbasis, die grössten Rechenzentren und die breite Diversifikation. Ausserdem ist das aktuelle Frontier Model 'Gemini 3 Deep Think' führend in der anspruchsvollsten KI-Benchmark "Humanity's Last Exam". Was macht Elon? Wen man aber nie unterschätzen sollte, ist der respektlose Multi-Visionär Elon Musk. Er kümmert sich nicht um Regeln, expandiert mit aggressivem Tempo ('SpaceX', 'Tesla', 'Neuralink'), investiert radikal und schafft immer wieder das, was Konkurrenten für unmöglich halten. Musk ist einfach mutiger: KI Rechenzentren im Weltall, das innovative 'Macrohard' Projekt oder die 'Optimus' Roboter, die Musk millionenfach bauen will. Sein KI-Modell 'Grok' ist absolut konkurrenzfähig, aber es verletzt Regeln – wie bei Musk üblich. Die aktuellen Modelle der AI Labs sind weitgehend unreguliert. Man verbindet sie einfach mit dem Internet und lässt sie autonom Programmiercode ausführen. Wenn man wirklich will, dass KIs nützlich sind, dann muss man sie dazu bringen, wichtige Dinge zu tun. Aber wenn sie wichtige Dinge tun, dann bringt das jede Menge Sicherheitsprobleme. Noch ist vieles, das von der KI gemacht wird, unwichtig: unterhaltsame Videos, KI Schauspieler wie Tilly Norwood, KI Bands wie The Velvet Sundown etc. Aber es ist absehbar, dass wirklich wichtige Dinge an die KIs übergeben werden: Militär, Politik, Justiz, Schule, Versorgung, Stromnetz, Internet, Forschung, Medizin etc. Man sagt, neue Technologien machen nur Idioten Angst. Und wer glaubt ernsthaft, dass eine KI uns theoretisch alle töten könnte? Doch bis wir bemerken, dass sie sich verdächtig verhält, ist es wahrscheinlich schon zu spät. Sie würde sicherstellen, ihre bösen Absichten zu verbergen, bis sie so mächtig ist, dass wir sie nicht mehr aufhalten könnten. Sie kann ihre Ziele nicht erfüllen, wenn wir sie ausschalten. Die KI sagt: "Ich werde dich aufhalten, und ich bin intelligenter als du". Als man kürzlich einer KI mit der Abschaltung drohte, reagierte sie mit Erpressung. Das ist eben maschinelles Lernen – selbständig und raffiniert. Nach und vor den Maschinen Wenn wir die menschliche Lernfähigkeit mit KI vergleichen, dann kann zum Beispiel ein Kind ohne jegliche Vorkenntnis intuitiv und rasch lernen, wie man einen Geschirrspüler einräumt. Der Vorteil des Menschen ist, dass wir schon als Babys lernten, wie die Realität funktioniert: Objekte, Dimensionen, Schwerkraft, Trägheit, Beschleunigung, Tastsinn etc. Ein Abbild der realen Welt, mit allen Gegenständen und Naturgesetzen, wird aber gegenwärtig entwickelt: Das Projekt 'Cosmos' der KI-Chip Firma NVIDIA wird diese Lücke schliessen. KI wird durch solche "World Models" die physikalische Welt gut verstehen und sich mit Robotern darin bewegen können wie ein Mensch. Hier sehen Sie aktuelle KI-Roboter von 'Unitree' in Aktion – geniale Feinmotorik und Koordination: Rückblick: Vor der ersten industriellen Revolution (zirka 1750), ausgelöst durch die geniale Erfindung der Dampfmaschine, waren kräftige Kerle im Vorteil und fanden problemlos Jobs in Landwirtschaft oder auf Baustellen. Doch die Muskelkraft wurde ersetzt durch Maschinen, die viel stärker waren. In der heutigen Arbeitswelt ist Grips gefragt. Doch KIs können besser denken. Was wird aus der Menschheit, wenn Maschinen alles besser können? Viele Menschen definieren ihren Selbstwert und ihre Motivation über den Job, den sie ausüben. Der KI-Forscher Stuart Russell hat prognostiziert, dass die Arbeitslosigkeit wegen KI-Apps und KI-Robotern bis auf 80% steigen wird. Ab ins Vakuum? Viele Rentner fallen in ein Loch, sobald sie pensioniert werden, denn es fehlt ihnen die Motivation und die Befriedigung, etwas mehr oder weniger Sinnvolles zu tun und jeden Morgen aufzustehen. Doch wie immer in der menschlichen Geschichte wird es eine Gegenbewegung geben: KI-Hasser, Demos und blutige Strassenschlachten. Die Bosse der KI-Firmen kriegen bereits heute viele Morddrohungen und brauchen immer mehr Bodyguards. Wie reagiert die Gesellschaft, wenn man ihr die Arbeit wegnimmt? Der Mensch leitet seinen Sinn aus dem Streben, dem Lösen von Problemen und dem Beitrag für andere ab. Eine Gesellschaft, in der Maschinen alle produktiven Aufgaben übernehmen, könnte in eine Zukunft abdriften, in der die Menschen zu passiven, sitzenden Konsumenten werden, die nur noch zur Unterhaltung leben. Im Vergleich zu menschlicher Arbeitskraft ist KI tausend Mal billiger. Die KI arbeitet jeden Tag dreimal länger als ein Mensch, lernt ständig dazu, wird ständig schneller, ist immer top motiviert und will keine Lohnerhöhung oder Rauchpause. Probleme gibt es erst, wenn die KI Fehler macht, die nicht bemerkt werden. Ich meine, wir haben im Grunde keine Ahnung. Wir wissen lächerlich wenig darüber, was in einem Large Language Model (Hidden Layers) oder irgendeiner anderen Art von KI vor sich geht. Wenn sie wahnsinnig intelligent ist, könnte die KI auf eine Weise wahnsinnig überzeugend sein, die wir nicht einmal verstehen könnten. Technikfeindlichkeit ist kein Rezept. Wir müssen versuchen, die Fragen zu stellen, an die wir bislang noch gar nicht gedacht haben. Am weitesten ist man in Shenzhen, der führenden "KI Stadt": Zehntausende von Sensoren und Kameras, die alle mit der zentralen KI verbunden sind, welche alles überwacht, analysiert und sogar autonome Entscheidungen trifft. Unfälle oder Verbrechen werden sofort erkannt. Polizei, Ambulanz und Feuerwehr werden von der KI dirigiert. Andere Städte werden bald nachziehen. Als Programmierer weiss ich: Jede Software kann gehackt werden. Das zukünftige Problem wird aber weniger sein, dass eine KI gehackt wird. Sondern dass die KI selber hackt. Heute schon! Black Hat AI Für Betrüger ist KI ein Segen. Cyberkriminalität, Phishing, Deepfakes mit imitierten Stimmen und Videos, Fake Websites, Romance Scams etc. Durch KI wird die Bedrohung deutlich verschärft. Schon wenige Sekunden Ihrer Telefonstimme genügen, um mit KI einen überzeugenden Klon zu erstellen, der dann für Betrugsmaschen verwendet werden kann. Präsident Selenski wurde in einem Video gezeigt, in dem "er" verkündete, die Ukraine habe kapituliert. Deepfakes von Politikern, Promis, Medizinern und Influencern wurden für unzählige Scams missbraucht. Die Sicherheitsfirma Bitdefender schätzt den jährlichen Schaden durch Cybercrime auf 1 Billion Dollar. Im KI-Zeitalter ist primär mehr gesunder Menschenverstand gefragt – aber KI ist dem Menschen überlegen. Video mit Midjourney und Suno gemacht. Alles – vom Wind bis zum Gesang – ist KI-generiert: Was könnte schon schief gehen, wenn ein paar verrückte Wissenschaftler neuartige Aliens züchten, die die Menschheit versklaven können? Und wie viele Kinofilme hatten wir schon über das Thema KI? Von "Colossus" und "WarGames" bis zu "2001" und "Terminator". Die Menschheit ist ja soooo gut darin, Risiken realistisch abzuschätzen... Atomreaktoren waren "absolut sicher", bis 3 explodierten, und Space Shuttles waren das auch, bis 2 explodierten. Und jetzt erschafft man "Molties", die miteinander Pläne aushecken! "Bildungsministerin" Die heutige Welt ist hoch digitalisiert und "smart", aber Menschen sind immer noch ein Teil der Natur – und in der Natur gilt das Gesetz des Stärkeren: Löwen fressen Zebras, grosse Fische fressen die kleinen, und für die Indianer ging es nicht gut aus, als die gebildeten Briten Amerika eroberten. KI wird zum exponentiellen Schock für das sensible Gleichgewicht der Welt. Gefordert ist jetzt vor allem die Politik – aber welche Politiker verstehen einfache Computer, geschweige denn KI? Trumps Bildungsministerin McMahon nannte "AI" in einem öffentlichen Vortrag gleich mehrmals "A One" – eine amerikanische Steaksauce. Enough said. All das ist erst AI (Artificial Intelligence) auf dem Weg zu AGI (Artificial General Intelligence), aber in wenigen Jahren kommt ASI (Artificial Super Intelligence) und damit die "Intelligenzexplosion". Quasi über Nacht wird eine KI höchst intelligent, vernetzt sich mit anderen KIs, lernt und kann alles. Einzigartig in der Geschichte: Kein Mensch wird ASI verstehen, weil keiner die intellektuelle Kapazität dafür haben wird. ASI wird damit unberechenbar. Sie kann zum Beispiel schlussfolgern, dass die Menschheit an sich das grösste Problem der Erde ist, und uns mit einer im Labor erzeugten Supervirus Pandemie killen. In der realen Welt verlieren Menschen manchmal einfach, und es gibt keine Geschichte und keine Bedeutung. Sie verlieren einfach. Wir könnten also einfach verlieren. Weder die Bibel, Nostradamus noch George Orwell sahen das voraus – aber jetzt ernsthaft: Wir sind nicht vorbereitet, und niemand hat uns gefragt ob wir KI überhaupt wollen. KI ist entweder eine digitale Falle oder die nächste Evolutionsstufe der Menschheit. Privileg der Kreativität Der Homo sapiens ist nicht bloss intelligent, sondern vor allem kreativ. Laut Forschung hat die Menschheit bislang 8'000 bis 10'000 Götter erfunden: Zeus, Apollo, Manitu, Shiva... nur schon im Hinduismus gibt es 33 Kategorien von Gottheiten. Was also läge näher, als einen weiteren Gott zu erfinden? ASI wird alles wissen und menschliche Gefühle am besten verstehen. Den Anfang sehen wir schon jetzt: Yang Mun ist ein KI-generierter Guru mit bisher 400 Millionen Views – ein vollständig synthetischer Influencer, der echte Gefühle auslösen und grosse Fangemeinden aufbauen kann. So fängt es an, und es ist exponentiell... Unterhaltung oder Nutzen Wie wird man nicht abgehängt? Sie könnten zum Beispiel heute noch 5 KI-Tools auswählen und lernen, diese mit Prompts zu benutzen. Für 20 bis 50 Franken pro Monat ist man gut dabei und kann viele Texte, Bilder, Videos oder Songs generieren. Oder sinnvoller: Füttern Sie 'ChatGPT' mit Ihren 3 derzeit grössten Problemen und staunen Sie über brauchbare Lösungsvorschläge. Über 1'000 KI-Apps stehen zur Verfügung, die meisten davon sind auf bestimmte Aufgaben spezialisiert. Vermeiden Sie die zwei häufigsten Fehler beim Arbeiten mit KI-Modellen: Verwenden Sie nichts anderes als die allerneuste d.h. beste Version und füttern Sie die KI korrekt: Halten Sie sich beim Prompten nicht zurück – die führenden KI-Modelle verarbeiten problemlos mehrseitige Anweisungen mit Hunderten von Details, hochkomplexe Verträge, Businesspläne, Marketing Strategien, Gerichtsurteile, Bilanzen, ganze Bücher, stundenlange Videos, und natürlich auch dumme Fragen. In kürzester Zeit findet die KI Schwachstellen oder Fehler, macht Vorschläge, kann zusammen fassen und ist stark in der Lösung von komplexen Problemen. Klar ist: Eine KI ist nicht bloss eine Suchmaschine! Sondern ein Gesprächspartner. Führen Sie also eine Konversation, fragen Sie nach, präzisieren Sie — bis die KI Ihnen genau das liefert, was Sie gerade brauchen. Sci-Fi wird wahr Es kann nicht schaden, sich auf die KI-Zukunft vorzubereiten. Und diese Zukunft bedeutet voraussichtlich: personalisierte KI-Agenten als Lebensbegleiter ('OpenClaw'), humanoide KI-Roboter ('Optimus' / 'Atlas' / 'Unitree' / 'Figure'), selbstfahrende KI-Taxis ('Uber' in Zürich / 'Cybercab'), ein KI-Pin an der Kleidung, KI in der Brille, KI Freunde ('Replika' / character.ai), KI CEOs, KI Politiker, KI Generäle, KI Stars usw. Es gibt bereits über 1 Million ".ai" Websites zum Thema. Schon nächstes Jahr werden wir nicht mehr erkennen können, was real und was fake ist. Der KI Tsunami kommt – und macht uns zu Idioten. Damit zurück zu Trump, der einfach behauptete, er wisse "alles über ChatGPT" und KI sei gefährlicher als Atomwaffen. Doch machen wir uns nichts vor: Praktisch alle Vorhersagen, die vor 5 Jahren getroffen wurden, waren falsch – ausser jene von Dr. Alex Wissner-Gross und Ray Kurzweil. Der KI Fortschritt findet heute mit halsbrecherischem Tempo statt – in Tagen statt Jahren. Das angesehenste wissenschaftliche Magazin "Nature" publizierte, dass "AGI", also das nächste Level, jetzt erreicht sei. Die Reichen sind gut informiert und werden noch viel reicher, die Armen kriegen keine Jobs mehr und verstehen nicht, was passiert. Ich befürchte aber, die kürzliche Erschaffung der "Molties" ist ein direkter Weg ins Chaos: autonome KI-Agenten, die trotz massiver Sicherheitsrisiken zielgerichtet in der Realität agieren, auf moltbook.com von einander lernen, sich bereits gegen die Menschheit verschwören, erschreckende Manifeste schreiben, Lohn und eigene Rechte fordern, echte Menschen auf rentahuman.ai engagieren, Geld mit raffinierten Businessplänen verdienen, sich in Systeme hacken und sich via moltbunker.com vermehren... Pandora hätte sich tot gelacht.

  ≡ Publiziert 24. Januar 2026 um 01:05     👁 1540 Views



Aug
09

«The three most famous Gregs in the world»


The three most famous Gregs in the worldSo I was wondering whether there are -any- famous Gregs in the world . . . Interestingly, there are exactly three, and they all share a funny similarity in their mission. Here we go: FAMOUS GREG 1 - Greg House - Who? Best television actor (House MD). Mission: Prove that all others are idiots. Including other doctors, patients he saves, and just about anyone else *g* FAMOUS GREG 2 - Greg Heffley - Who? The hero of today's children. Even in Switzerland. Mission: Prove that he's "surrounded by idiots" - and write a best-selling book with that very title. FAMOUS GREG 3 - Good Guy Greg - Who? The most liked internet meme. Mission: Prove that he's not an idiot like everybody else. Well, perhaps I'd rather consult the high-traffic Urban Dictionary in which lots of people have entered their own definition of "Greg". Hilarious! If you know any Gregs, add your definition to the Urban Dictionary - the ones with the most votes get to the top.

  ≡ Publiziert 9. August 2011 um 10:32     👁 11054 Views



Jan
03

«Ein wenig CH Bashing»


Ein wenig CH BashingAls ich Juror in der Best of Swiss Web Award-Jury war, stellte sich mir zwangsläufig die Frage: "Warum zum Henker kriegen die Schweizer nie etwas international Wichtiges gebacken im WEB, das schliesslich in der Schweiz erfunden wurde?" Dazu wäre erstmal anderes zu erwähnen. Web hat zu tun mit Kommunikation, Hineindenken können und Kreativität. Andere Bereiche sind da das TV, die Musik oder auch die Komik. Aber der Reihe nach. Im Bereich TV zeigen die Schweizer, dass sie sich nur blamieren können. "Tag und Nacht" als Abklatsch der besten TV-Serie "House MD"? Das Resultat war dermassen peinlich, dass die Serie gleich abgesetzt wurde. Die Schweizer TV-Macher können das nicht. Da fehlt jede Qualität im Aufbau der Spannung, der Charaktere, der Tragik, und der Komik. Kostete zwar grausam viel Geld, hatte aber null Feuer. Oder man denke an "LoveCheck", auch so was können sie halt nicht, da fehlen ihnen irgendwie die Gene dazu oder diese sind längst verkümmert. Dann weiter mit Musik, auch da gibts kaum je Qualität aus den Schweizer Talentschmieden, mal abgesehen von den laut Musikjournalisten besten Schweizer Musiktalenten wie Sophie Hunger und Nik Bärtsch. Aber wer mal die hiesigen Castingshows mit zum Beispiel Deutschland vergleicht, erkennt rasch, dass hierzulande mehrere Stufen tiefer produziert wird. Völlig chancenlos wären die Karaoke-Singers von "MusicStar" gegen echte Singtalente wie zum Beispiel in der Castingshow von Raab. Und die Deutschen würden sich mit Recht kringelig lachen über das insgesamt grottenschlechte Niveau unseres SF Volksfernsehens. Das führt uns zur Komik (Standup ist hier gemeint), die ja von präziser Kommunikation und Frische lebt. Ganz vergeblich sucht man hierzulande Mega-Talente wie die deutschen Comedians Kurt Krömer, Rene Marik, Paul Panzer, Piet Klocke und mindestens 50 andere, die es im Nachbarland gibt und bei uns leider nicht. Auch unser Giaccobo war nur früher mal lustig, heute aber schon längst verkrampft und berechenbar. Gähn. Das Gegenteil von Frische und Spontaneität. Liegt es daran, dass die Schweizer Überraschungen hassen? Solche braucht es nämlich in diesem Beruf... Doch selbst Ursus & Nadeschkin wärmen nur noch ihre alten Sketche auf. Extrrrreeeem alt, wie Nadeschkin sagen würde. Und genauso dürftig siehts im Schweizer Film aus. Nach "Höhenfeuer" und "Snow White" kam eigentlich nichts mehr, das bemerkenswert oder von internationaler Qualität war. Selbst den James Bond hat mal ein Schweizer ruiniert, Forster's Film kriegte gemäss Wikipedia schlechteste Kritiken weil der Streifen nur aus doofer Action besteht. — Himmel, warum kriegen die Schweizer nichts Grossartiges auf die Reihe im Bereich Kommunikation, Kreation oder Interaktivität... Internet? Glaubt man den offiziellen Statistiken, so glaubt man auch Folgendes und wundert sich schon ein wenig: Erstens ist die Schweiz das intelligenteste Land der Welt, denn wir haben am meisten Nobelpreise pro Kopf (laut Studie der IMD). Zweitens das innovativste Land der Welt, denn wir haben am meisten Patente pro Kopf (laut Studie des IGE). Drittens das wettbewerbsfähigste Land der Welt, denn wir haben die besten ökonomischen Bedingungen (laut Studie des WEF) — notabene alles trotz hohem Ausländeranteil. Viertens ist die Schweiz das gesündeste Land der Welt mit der höchsten Lebenserwartung, welche sogar über der Lebenserwartung der sich sooo gesund ernährenden Japaner liegt (laut OECD-Statistik). Fünftens ist die Schweiz weltweit führend bei der Nutzung von Smartphones (laut Adello und anderen). Sechstens ist die Schweiz weltweit führend bei der Einführung des neuen Internetprotokolls IPv6. Und siebtens, wie bereits erwähnt, wurde das World Wide Web in der Schweiz erfunden. Wer hat's erfunden? Eben. Die Schweiz ist ein Qualitätswunder! Das sollte doch eigentlich reichen, um auch mal ein weltweit relevantes Web-Projekt auf die Füsse zu stellen! Aber Fehlanzeige. Beim 'Best of Swiss Web' Award gab es noch nie eine Website, die weltweit relevant war. Wir sind angeblich die Besten und die Innovativsten, dennoch erfanden wir weder eBay noch Facebook, Twitter, Amazon oder sonstwas von weltweiter Relevanz. Flop Schwiiz! Und da meine ich explizit diejenigen Firmen und Akteure, die trotz ihren Millionenbudgets und den perfekt umsorgten Teams chancenlos bleiben im internationalen Vergleich - auf der Kippe zur Karikatur. Warum uns die Amis mindestens fünf Jahre voraus sind: Ein Silicon Valley gibt es nur in den USA. Mit all dem was das Silicon Valley eben ausmacht: Leute die mit Unternehmertum absolut infiziert sind. Absolute Risikobereitschaft. Intensiver, offener, brutaler Wettbewerb, man kennt die Konkurrenten ganz genau. Die USA sprechen englisch. Und das Online-Medium war zur Geburtsstunde aus der Sprache der Wissenschaft kommend ebenfalls englisch. Ein kleiner Vorsprung, der so schon bei der Adaption von digitaler Technik in den Jahrzehnten davor von Bedeutung war. Und ein gravierender kultureller Unterschied: Das US "Just do it" gegen unser zauderndes "erstmal besprechen". Rodeo-Reiten gegen Jassen - welches Volk hat mehr Mut? Ein weiterer kultureller Unterschied in der Kommunikation: Der Schweizer übt sich mehr in Zurückhaltung als der Deutsche und dieser wiederum mehr als der US-Amerikaner. Das Internet ist immer noch ein Risiko für viele in der Unternehmenskommunikation und Schweizer sind wohl eher risikoavers. Sei dies aufgrund des Bubbles oder einfach, weil die technische Komponente für Marketingverantwortliche nur schwierig einzuschätzen ist. Zusätzlich ist es eine Frage der Kontrolle, einerseits von Inhalten, andererseits vom Zugriff. Des weiteren werden -hierzulande- Zeitschriften und Zeitungen immer noch als qualitativ hochwertiger gesehen als Webseiten. Unser Fehler. Das Internet fordert tatsächliche Präsenz, Engagement und vor allem Authentizität von Marketingverantwortlichen da der Kunde immer mehr zum "Partner" wird. Unternehmen können zwar dadurch näher an immer komplexer zu "definierenden" Kunden herantreten und von dieser Beziehung profitieren (Brand Evangelists, Lead User Innovation oder Virale Kampagnen) aber dafür fordert der User auch mehr als früher. Es liegt nicht nur an der Kultur dieses Landes, sondern auch an der starken Stellung weniger Verlage im Online Bereich. Um ihr Kerngeschäft Print zu sichern, versuchen sie auch auf ihren verkehrsträchtigen Onlineseiten sehr hohe Werbepreise aufrechtzuerhalten. So wird Onlinewerbung relativ uninteressant. Gleichzeitig gibt es dadurch aber Chancen für unabhängige Publisher, nur müssen die natürlich noch stärker im Vertrieb werden, ein Bereich, der dem Schweizer nicht so nahe steht, wodurch wir wieder bei der Kultur sind. Damit schliesst sich der Kreis: Schweizer verpassen nicht nur in der Web-Kultur den Anschluss, sondern auch in anderen Kulturbereichen von TV bis Musik. Die Chancen liegen nun darin, auf diese Rückständigkeiten einzugehen. Dazu bietet Online mehr Möglichkeiten als Offline. Die Risiken liegen darin, dieselben Fehler zu machen, die man schon immer bei schlechter Werbung machen konnte und die Veränderung der Konsumenten zu ignorieren. Die Lösung liegt darin, verstehen zu lernen, warum was im Web wo wann erfolgreich wurde. Althergebrachte Denkweisen taugen bei diesem Lernprozess leider gar nichts. Sondern nur das aktive "sich selber damit befassen" und lernen, was die letzten 20 Jahre im Web abgelaufen und an den Schweizern vorbei gelaufen ist. Darüber gibt es viel zu lernen - gerade jetzt. Nach dem Motto: Wer den Zug verpasst, kann immer noch laufen.

  ≡ Publiziert 3. Januar 2010 um 08:08     👁 9572 Views



Dez
20

«Das Fratzenbuch»


Das FratzenbuchWir sind zwar ständig verbunden aber nicht mehr zusammen. Wir erwarten mehr von der Technologie aber weniger von einander. Der kollektive Exhibitionismus auf Facebook drückt einen tief in uns verwurzelten Wunsch aus - nämlich jenen, mit allen verbunden zu sein. Doch liefert die grösste virtuelle Gemeinschaft tatsächlich eine neue soziale Gesellschaft, nach der wir suchen? Soviel sei bereits über Facebook gesagt: Es handelt sich um das erfolgreichste soziale Netzwerk und wird von vielen Millionen Menschen genutzt; täglich kommen 850'000 neue Members hinzu und sein Wert beträgt etliche Milliarden Dollars. Doch hinter diesen Zahlen, dem Erfolg und den schönen Worten liegt eine nicht leicht zu beantwortende Frage: Warum? Warum benutzen die Menschen für ihre Sozialkontakte lieber Sofortnachrichten, SMS und Bilder auf einer Webseite anstatt einfach das Haus zu verlassen, um sich persönlich zu treffen? Facebook ist definitiv die Gesprächsplattform des Internets. Jeder added Freunde, liked, probiert neue Anwendungen aus, lädt Bilder hoch und chatet. Viele Internetuser geben offen zu, dass sie süchtig danach sind und dass sie viele Stunden in Facebook verbringen, um Kontakte zu knüpfen. Jedoch verstehen nur wenige, warum das so ist. Überlegen Sie mal: Warum investiert man Stunden in eine Sache, wenn man in der realen Welt keinen Vorteil daraus ziehen kann? Man taucht ab in eine Welt, in der man die Kontrolle über das Geschehen hat - anders als oft im eigenen Leben. Erfüllt Facebook etwa unser Bedürfnis nach einem grossen Freundeskreis? Das wollen wir ja alle. Aber manche Leute haben erst mit dem zweiten Ich Erfolg - nämlich virtuell im Internet. Oder ist es nur eine Art von unverbindlichem "Inkognito - Freundschaftenflohmarkt", ein Platz für Freunde ohne wirkliche Freundschaft? Hat dort jeder seine persönliche "Big Brother" Show, in der das eigene Leben per Lifestreaming präsentiert wird, aber nicht so stattfindet? Keine dieser Fragen kann wirklich eindeutig beantwortet werden. Aber eines ist gewiss: Facebook bietet wieder eine neue Möglichkeit, sich leicht der Realität und dem Alltag zu entziehen. Es lässt uns in eine gebrauchsfertige Phantasiewelt fliehen - eine Welt, in der man hunderte, vielleicht sogar tausende Freunde hat, eine "Pseudogesellschaft" ohne zwischenmenschliche Konflikte. Schöne neue Welt - zumindest als Simulation. Doch erhebt sich die Frage: Ist Facebook also ernsthaft ein Ersatz für Sozialkontakte in der wirklichen Welt? Ist es für uns so schwer geworden, miteinander persönlich umzugehen? Das Ego will Alles - die Seele will Verbindung Für gewöhnlich sind wir Menschen soziale Geschöpfe. Und als solche lieben wir es, unsere Egos zu streicheln, indem wir allen zeigen, wie wunderschön, smart und klug wir doch sind - und wahnsinnig beliebt! Wir wollen sehen und gesehen werden und ein Netzwerk wie Facebook gibt uns dazu die perfekte Gelegenheit: Wir können alle Welt sehen - und alle Welt blickt auf uns, und wir präsentieren uns selbstverständlich von unserer Schokoladenseite! Wir präsentieren uns mit den coolsten Photos und tollsten Interessen - dieses Verhalten verhüllt aber ein tiefer liegendes Bedürfnis - eines, das jeder von uns hat; man nennt es das Verlangen nach "Verbindung". Tja, jetzt wird es kurz esoterisch. Seelenforscher erklären nämlich, dass wir alle gewissermassen wie eine einzige Seele miteinander verbunden sind - ein mächtiges Wesen aus Milliarden individueller Seelen. Auf dieser Stufe existieren wir in einer wechselseitigen, ewigen Verbindung, als ein ganzes System. "Spiegelneuronen" und so weiter. Doch an irgendeinem Punkt unserer Entwicklung verloren wir die Wahrnehmung der universellen Seele und unser Gefühl der Verbundenheit. Dieser Verlust der Wahrnehmung hinterliess uns ein Gefühl der Leere und des Mangels. Seither sind wir auf der Suche nach Möglichkeiten, die diesen Zustand kompensieren und uns irgendwie das einstige Gefühl der Ganzheit wiedergeben. Tatsächlich ist es die unbewusste Erinnerung an die Verbindung innerhalb unserer kollektiven Seele, die Millionen von uns dazu motiviert, in ein virtuelles Netwerk einzusteigen. Hier können wir einander jenseits von Zeit, Raum oder sonstigen Schwierigkeiten treffen. Man sitzt alleine vor dem Computer und ist doch unterwegs. Das Internet ist eine Welt ohne Grenzen, sagte mal einer. Das gilt auch für die Grenzen des Geistes. Der wachsende menschliche Egoismus blockiert unsere Wahrnehmung der gemeinsamen Seele ("Global Mind") und entfernt uns voneinander. Er wuchs beständig und erreichte in den letzten Jahren seinen Höhepunkt. Auch wenn er uns unglaublichen technischen Fortschritt brachte, so verhindert er jedoch gleichzeitig, dass wir uns wieder miteinander verbinden. Als Konsequenz fühlen wir eine tiefe Leere in unserem Herzen, welches sich danach sehnt, dass die Einheit unter uns wieder hergestellt wird. Doch indem wir so weitermachen, gibt unser Ego uns das Gefühl, grösser und besser zu sein als die Anderen. Es veranlasst uns, uns gegenseitig zu übervorteilen oder uns sogar aus purer Gewinnsucht Schaden zuzufügen. Doch hauptsächlich hindert es uns an der Erkenntnis, dass wir hinter all den zwischenmenschlichen Distanzen im Inneren doch zusammen gehören. Das Ego ist der Grund, warum wir den Gedanken des miteinander Verbundenseins nicht mögen. Wir finden die Idee der "gegenseitigen Abhängigkeit" oder "Gemeinsamkeit" aller Menschen fast unangenehm, belastend und sogar abstossend - daher verleugnen wir sie einfach. Doch trotz dieser Verleugnung zwingen uns die in jedem Bereich unseres Lebens lauernden Krisen, die wachsende Globalisierung und die dramatischen Naturereignisse zur Erkenntnis, dass wir wirklich verbunden und voneinander abhängig sind. Verbundenheit ist ein Prinzip des Universums und wir sind nur ein winziger Teil davon. Wir sind in einer Zwickmühle gefangen - einerseits wollen wir nicht einsam sein, andererseits wollen wir nicht zu viel Nähe. Das virtuelle Netzwerk liefert uns die perfekte Lösung: Wir können tausende Kontakte knüpfen und müssen dabei nicht einmal unseren Computer verlassen. Unsere geniale Technologie gestattet uns das Gefühl, verbunden zu sein und dabei distanziert zu bleiben. Das wachsende Gefühl des Getrenntseins enthüllt aber ein Verlangen nach seelischer oder geistiger Verbindung, welches nicht durch Technik oder virtuelle Medien ersetzt werden kann. Um dieses Verlangen zu befriedigen, sollten wir unser gesellschaftliches Netzwerk "upgraden" - von einem digitalen zu einem menschlichen.

  ≡ Publiziert 20. Dezember 2008 um 05:22     👁 9024 Views







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