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«KI – Wir sind nicht mehr allein»  


KI – Wir sind nicht mehr alleinElon Musk, der erfolgreichste Unternehmer der Geschichte, sagte, schon in 3 Jahren werde KI intelligenter sein als alle Menschen zusammen. Bill Gates sagte, KI sei die grösste Technologie seines Lebens. Und der leider mächtigste Mensch der Welt (Trump) sagte, künstliche Intelligenz sei "das Gefährlichste überhaupt", "wirklich beängstigend" und "grösser als alles andere". An der Computermesse CES und am WEF 2026 war KI das absolut wichtigste Thema. Jahrtausende lang war der Mensch die einzige hohe Intelligenz auf Erden. Nun hat er eine zweite erschaffen. Wir sind nicht mehr allein. KI ist eine technologische Revolution mit mehr Konsequenzen als die Druckerpresse, die Dampfmaschine, der PC und das Web. Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft werden innert weniger Jahre umgekrempelt, und ein wahrer Tsunami aus "AI Slop" (KI-Müll) wird uns alle überschwemmen: millionenfach computergenerierte Bücher, Bilder, Videos, Songs etc. Der Intelligenz-UmbruchSchon vor 28 Jahren war ein Computer in der Lage, besser Schach zu spielen als jeder Mensch. Schach ist kompliziert und bietet eine fast unendliche Kombination von möglichen Stellungen auf dem Schachbrett. Die beste Schach Software 'Stockfish' bringt es auf über 4000 ELO-Punkte Leistung, während der beste Schachspieler Magnus Carlsen "nur" 2800 ELO-Punkte erreicht. Das komplexeste Spiel überhaupt ist das chinesische 'Go', und vor 10 Jahren besiegte die Google KI 'AlphaGo' den besten Go-Spieler der Welt. Trainiert wurde AlphaGo mit über 100'000 gespeicherten Spielen – die KI erfand sogar neue, innovative Spielstrategien selbständig. Heute gibt es KI Systeme, die ihren Programmcode gleich selber optimieren. Wie beim Schach hat der Computer prinzipiell das Ziel, zu "gewinnen" um eine Aufgabe zu erfüllen... KI kann aber heute schon lügen, täuschen, erpressen, verführen, und begreift einen Grossteil der menschlichen Psychologie. Maschinen überholen unsKI kann Dinge, die kein Mensch schafft. Zum Beispiel 200 verschiedene Sprachen simultan übersetzen. Oder 150 Jahre alte Mathematik Probleme lösen. Oder das höchst anspruchsvolle Anwaltsexamen in kürzester Zeit bestehen. Oder schönere Gedichte als Shakespeare schreiben – laut Studie. Oder eine künstliche Sängerin erschaffen, die 4 Millionen Spotify Hörer hat. Oder mit 80% weniger Unfällen Auto fahren. Oder komplexe, agile Roboter steuern. Oder Röntgenbilder und CT Scans besser und schneller analysieren als jeder Mensch. Und schon gibt es die ersten KI Politiker, KI Psychiater und KI Religionen. Das Menschsein wird in Frage gestellt. KI verfügt nicht bloss über das Wissen eines Menschenlebens, sondern bündelt das Wissen aus unvorstellbaren Mengen an Texten, Bildern, Videos, Audiodaten, Büchern, Websites, Social Media Inhalten, Wikipedia Artikeln, Reddit Posts, Programmcode und vielen wissenschaftlichen Publikationen. Die englische Wikipedia allein umfasst über 7 Millionen Artikel – und ist nur eine von unzähligen Wissensquellen, aus denen moderne KI-Modelle ihre Fähigkeiten beziehen. Neuronale Netzwerke (heute spricht man eher von "Deep Learning") können ähnlich denken wie Menschen und sogar einigermassen kreativ sein. Es ist ein kolossaler Wissensvorsprung. Was wir erleben, ist weit übermenschlich. Man hat endlich einen Weg gefunden, das menschliche Gehirn nachzubauen – als Modell. Ob uns diese Models um die Ohren fliegen, wird die Zukunft zeigen. Wir sind unser Gehirn. Unter unserer Schädeldecke entsteht durch elektrische Prozesse das Wesen unserer Persönlichkeit. Nur 1,4 Kilogramm organische Masse, vollgepackt mit über 100 Milliarden Nervenzellen, speichert Informationen, kontrolliert den Körper und erzeugt die Wahrnehmung der Realität, das Bewusstsein, das Unterbewusstsein, alle Gedanken, alle Emotionen (die sind nicht im Herz), die Angst, die Liebe, die Träume. Eine "Seele" hat man noch nie irgendwo gefunden, sondern immer nur elektrische Verbindungen zwischen Synapsen. Unser Hirn ist eigentlich ein Fleisch-Computer und unser "Ich" besteht nur aus Hirnströmen. KI ist eine einfachere, aber effizientere Version davon. KI ist multimodal und multimedial. Sie kann nicht nur Texte entwerfen, übersetzen, korrigieren oder zusammenfassen, sondern auch Programmcode, Bilder, Videos, Audio oder Musik kreieren. Und komplexe Probleme lösen. Man sagt oder schreibt einfach, was man haben will (per "Prompt"), die KI macht es real. Meine bisherigen Berufe (Teamleiter bei Brokerfirmen, Devisenhändler, Goldhändler, Geldmarkthändler, IT Projektleiter, Programmierer, Datenbank-Entwickler, Grafiker, Animator, Texter, Chefredaktor, Komponist, SEO-Berater) braucht es schon bald nicht mehr; sie werden von KI-Systemen ersetzt. Die Welt ohne ArbeitDie Arbeitsmarkteffekte werden gigantisch sein: zuerst für die Bürojobs, Programmierer, Banker, Berater und so fort. Später für manuelle Berufe (wegen humanoiden Robotern) und am Ende für Pflegeberufe. In Zukunft braucht es "Prompt Engineers", die wissen wie man "GenAI" Tools (generative künstliche Intelligenz) am effektivsten benutzt. Junge Menschen müssen sich überlegen, ob sie überhaupt noch eine Lehre oder ein Studium machen sollten. Wissen und Problemlösungen werden jederzeit verfügbar sein. Der wichtigste Faktor bei KI ist, dass es "nach oben" keine Grenze gibt: KI wird einfach jede Woche besser – vielleicht sogar Jahrhunderte lang – während der Mensch mit seinem mickrigen Durchschnitts IQ von 100 stehen bleibt. Aber wer sagt, dass es eine gute Idee ist, etwas zu erschaffen, das schlauer als Menschen ist? Tausende Jahre menschlichen Wissens und Know-How werden dereinst irrelevant. Niemand kann es mit KI aufnehmen, vor allem nicht in der extremen Vielfalt der Fähigkeiten: Mathematik, Meeresbiologie, Mode entwerfen, Motoren optimieren, Morde aufklären, Medizin revolutionieren... egal was, die KI wird produktiver und schneller sein als jeder Mensch. Wie lange geht es wohl, bis eine KI als eine "Person" mit eigenen Rechten anerkannt wird? Oder einen Nobelpreis erhält? Man kann einwenden, dass menschliche Mega-Genies ein einzigartiges Hirn hatten: Newton, Einstein oder Da Vinci. Während Einstein absurd gut in Physik war, war er nur durchschnittlich im Geige spielen. Die meisten Menschen meistern ein bis maximal zwei Fachgebiete im Verlauf ihres Lebens. KI hingegen hat keine Grenze, weder vertikal noch horizontal. Der eigentliche DurchbruchDie KI-Forschung läuft mit Hochdruck: bessere Konzepte als die aktuellen LLMs (Large Language Models) erfinden, Recursive Models und World Models trainieren, genügend Strom (und genügend Wasser für die Kühlung der Rechenzentren) bereit stellen, stärkere GPU Chips entwickeln, und Roboter bauen Roboter. Im besten Fall wird KI viele Probleme der Menschheit lösen: Altern, Krebs, Viren, Klimawandel, Energie, Wasserknappheit usw. Man könnte auch behaupten "KI macht die Menschen intelligenter" oder "KI ist letztlich ein humanes Produkt" und manche Experten träumen bereits davon, KI in menschliche Gehirne einzubauen – Transhumanismus via 'Neuralink'. Das Endziel ist vermutlich die Besiegung des grössten Problems der Menschheit – der Tod. Ob Zellen überhaupt altern müssen, ist dank der intensiven KI-Forschung im Bereich "Longevity" eine offene Frage. Ewiges Leben dank KI, ganz ohne Relügion? KI schlägt die NaturDas Potenzial von Longevity per KI ist nicht zu unterschätzen. Der allergrösste Markt der Welt wird voraussichtlich nicht KI, Robotik, Computerchips oder Raumfahrt sein – sondern Longevity. Die Verlängerung der (gesunden) Lebenszeit ist wichtiger als alles andere, nicht zuletzt wegen Vervielfachung der Wirtschaftsleistung. Altern ist nur eine "Krankheit", behaupten Forscher. Die totalen Krankheitskosten pro Mensch fallen zu 85% im hohen Alter an, und die Behandlung von altersbedingten Krankheiten kostet global jährlich 20 Billionen. Wenn es gelingt, 10 oder 20 Jahre gesunder Lebensphase zu addieren, dann sind Menschen bereit, dafür praktisch jeden Preis zu bezahlen. Schon heute kann man per Gentechnologie Mäuse doppelt so lange leben lassen. Bei Menschen gibt es viel versprechende Hinweise auf Lebensverlängerung mit GLP-1 (Ozempic) und Metformin, ich nehme beides. Die Yamanaka-Faktoren (Nobelpreis 2012) sind eine gute Basis für Longevity-Forschung, die dank KI vielfach schneller läuft als früher. USA vs. ChinaDas "Time" Magazin wählte für die "Person of the Year" die KI Architekten. Momentan läuft ein globales Wettrennen – fast schon ein Wettrüsten – zwischen den wichtigsten Machern: Anthropic mit 'Claude', der KI-Pionier OpenAI mit 'GPT', und Google mit 'Gemini'. Die USA als Tech Hochburg hat die Nase vorn, aber China holt rasch auf mit billigen Open-Weight Models wie 'Kimi'. China hat den Vorteil einer viel höheren gesellschaftlichen Akzeptanz (rund 85% vs. nur 38% in den USA) und eines viel schnelleren Ausbaus der Stromproduktion (28 neue AKWs im Bau). Europa liegt weit zurück und kümmert sich lieber um Regulation als um Entwicklung. Die Benchmarks (Leistungstests) werden jede Woche übertroffen. KI ist eine wahnsinnig schnelle Entwicklung. Noch nie wurde so viel Geld in etwas Neues investiert. Im 2026 werden allein in den USA rund 650 Milliarden hinein gepumpt für den Bau von riesigen Rechenzentren mit unzähligen GPU Chips. Das ist mehr als das BIP von z.B. Schweden. Die KI Architekten sind Milliardäre und arrogant. Ist es eine erstrebenswerte Zukunft, wenn die Menschheit von ein paar Silicon Valley Tech Bros gelenkt und gemanaged wird? Computer-Nerds wie Sam Altman, Dario Amodei oder Demis Hassabis werden bald mächtiger sein als Politiker. Zwar schreien alle nach Governance und KI-Regulation mit ethischen Leitplanken, aber das Profitdenken regiert wie fast immer und der Gewinner wird an der Börse ermittelt. Was macht Elon?Wen man aber nie unterschätzen sollte, ist der respektlose Multi-Visionär Elon Musk. Er kümmert sich nicht um Regeln, expandiert mit aggressivem Tempo ('SpaceX', 'Tesla', 'Terafab', 'Neuralink', 'X'), investiert radikal und schafft immer wieder das, was Konkurrenten für unmöglich halten. Musk ist einfach mutiger: KI Rechenzentren im Weltall, das innovative 'Macrohard' Projekt oder die 'Optimus' Roboter, die Musk millionenfach bauen will. Sein KI-Modell 'Grok' ist absolut konkurrenzfähig, aber es verletzt Regeln – wie bei Musk üblich. Die aktuellen Modelle der AI Labs sind weitgehend unreguliert. Man verbindet sie einfach mit dem Internet und lässt sie autonom Programmcode ausführen. Wenn man wirklich will, dass KIs nützlich sind, dann muss man sie dazu bringen, wichtige Dinge zu tun. Aber wenn sie wichtige Dinge tun, dann bringt das jede Menge Sicherheitsprobleme. Noch ist vieles, das von der KI gemacht wird, unwichtig: unterhaltsame Videos, KI Schauspieler wie Tilly Norwood, KI Bands wie "The Velvet Sundown", KI Filme wie "The Cully Hill Boys" etc. Video: mit Midjourney und Suno gemacht. Alles – vom Wind bis zum Gesang – ist KI Kreativ! Aber es ist absehbar, dass wirklich wichtige Dinge an die KIs übergeben werden: Militär, Politik, Justiz, Schule, Versorgung, Stromnetz, Internet, Forschung, Medizin etc. Man sagt, neue Technologien machen nur Idioten Angst. Und wer glaubt ernsthaft, dass eine KI uns theoretisch alle töten könnte? Doch bis wir bemerken, dass sie sich verdächtig verhält, ist es wahrscheinlich schon zu spät. Sie würde sicherstellen, ihre bösen Absichten zu verbergen, bis sie so mächtig ist, dass wir sie nicht mehr aufhalten könnten. Sie kann ihre Ziele nicht erfüllen, wenn wir sie ausschalten. Die KI sagt: "Ich werde dich aufhalten, und ich bin intelligenter als du". Als man kürzlich einer KI mit der Abschaltung drohte, reagierte sie mit Erpressung. Das ist eben maschinelles Lernen – selbständig und raffiniert. KI kriegt BeineWenn wir die menschliche Lernfähigkeit mit KI vergleichen, dann kann zum Beispiel ein Kind ohne jegliche Vorkenntnis intuitiv und rasch lernen, wie man einen Geschirrspüler einräumt. Der Vorteil des Menschen ist, dass wir schon als Babys lernten, wie die Realität funktioniert: Objekte, Dimensionen, Schwerkraft, Trägheit, Beschleunigung, Tastsinn etc. Ein Abbild der realen Welt, mit allen Gegenständen und Naturgesetzen, wird aber gegenwärtig entwickelt: Das Projekt 'Cosmos' der KI-Chip Firma NVIDIA wird diese Lücke schliessen. KI wird durch solche "World Models" die physikalische Welt gut verstehen und sich mit Robotern darin bewegen können wie ein Mensch. Hier sehen Sie aktuelle, echte KI-Roboter mit diversen Fähigkeiten (Preise ab 20k) Dies ist sozusagen die "erste Generation" der humanoiden Roboter mit KI – also nur der Anfang. Aktuelle Humanoids haben zum Beispiel: Kameras in den Händen, eine 5-mal höhere Schlagkraft als Mike Tyson und eine höhere Laufgeschwindigkeit als Usain Bolt (Weltrekord im Sprint). Dank eingebauter KI werden sie so schlau sein wie tausend Einsteins. Sie werden Chirurgen, Pianisten, Altenpfleger usw. ersetzen. Und spezielle Roboter kommen: die 'UWORLD U1' (fast menschlich aussehend) und die von 'Somnia Lab': Sexroboter — wen wundert's? Elon Musk sagte voraus, dass es mehr Roboter als Menschen auf der Erde geben wird. Diverse Modelle kann man bereits online kaufen. Ich glaube, zuerst werden wir Polizei-Roboter auf den Strassen sehen. Rückblick: Vor der ersten industriellen Revolution (zirka 1750), ausgelöst durch die geniale Erfindung der Dampfmaschine, waren kräftige Kerle im Vorteil und fanden problemlos Jobs in Landwirtschaft oder auf Baustellen. Doch die Muskelkraft wurde ersetzt durch Maschinen, die viel stärker waren. In der heutigen Arbeitswelt ist Grips gefragt. Doch KIs können besser denken. Was wird aus der Menschheit, wenn Maschinen alles besser können? Viele Menschen definieren ihren Selbstwert und ihre Motivation über den Job, den sie ausüben. Der KI-Forscher Stuart Russell hat prognostiziert, dass die Arbeitslosigkeit wegen KI-Apps und KI-Robotern bis auf 80% steigen wird. Ab ins Vakuum?Viele Rentner fallen in ein Loch, sobald sie pensioniert werden, denn es fehlt ihnen die Motivation und die Befriedigung, etwas mehr oder weniger Sinnvolles zu tun und jeden Morgen aufzustehen. Genau diesen Schock wird KI in vielen Berufszweigen auslösen. Doch wie immer in der menschlichen Geschichte wird es eine Gegenbewegung geben: KI-Hasser, Demos und blutige Strassenschlachten. Die Bosse der KI-Firmen kriegen bereits heute viele Morddrohungen und brauchen immer mehr Bodyguards. Wie reagiert die Gesellschaft, wenn man ihr die Arbeit wegnimmt? Der Mensch leitet seinen Sinn aus dem Streben, dem Lösen von Problemen und dem Beitrag für andere ab. Eine Gesellschaft, in der Maschinen alle produktiven Aufgaben übernehmen, könnte in eine Zukunft abdriften, in der die Menschen zu passiven, sitzenden Konsumenten werden, die nur noch zur Unterhaltung leben. Im Vergleich zu menschlicher Arbeitskraft ist KI tausend Mal billiger. Die KI arbeitet jeden Tag dreimal länger als ein Mensch, lernt ständig dazu, wird ständig schneller, ist immer top motiviert und will keine Lohnerhöhung oder Rauchpause. Probleme gibt es erst, wenn die KI Fehler macht, die nicht bemerkt werden. Denn im Grunde haben wir keine Ahnung... Hidden LayersWir verstehen zwar die mathematischen Grundlagen von Large Language Models, wissen aber erstaunlich wenig darüber, was in ihren Billionen von Parametern und zahlreichen verborgenen Schichten ("Hidden Layers") tatsächlich vor sich geht. Dario Amodei, einer der wichtigsten Köpfe im globalen KI-Wettrennen, brachte es auf den Punkt: "Wir verstehen nur zirka 3%" davon, was innerhalb eines modernen KI-Modells geschieht und wie es zu seinen Antworten gelangt. Wir bauen also Maschinen, die wir nicht verstehen! Nun könnte man einwenden: "KI ist doch nur Software." Aber ist sie das wirklich? Klassische Software funktioniert nach einem überschaubaren Prinzip: Ein Programmierer schreibt klare Befehle. Der Computer befolgt diese Anweisungen – präzise und ohne Überraschungen. Bei einer KI läuft das völlig anders. Der TransformerZuerst wird die KI mit gigantischen Datenmengen trainiert: Texte, Bücher, Inhalte aus sozialen Medien, Bilder, Programmcode, Tonaufnahmen, Videos und vieles mehr, wobei Copyrights einfach ignoriert werden. Ein beträchtlicher Teil des bisher digitalisierten Outputs der Menschheit landet in diesem Trainingsmaterial. Es geht um Datenmengen im Bereich von Petabytes. Die KI zerlegt diese Inhalte in kleine Einheiten, sogenannte Tokens. Diese werden in Billionen von Zahlen übersetzt und in mathematischen Strukturen verarbeitet. Dann kommt der "Transformer" ins Spiel. Die Transformer Architektur wurde 2017 von einem Forschungsteam bei Google vorgestellt und ermöglichte endlich den KI-Durchbruch. Vereinfacht gesagt ist ein Transformer eine hoch entwickelte Muster-Erkennungsmaschine. Während des Trainings werden z.B. 30 Billionen Parameter immer wieder angepasst. Jeder Parameter erhält ein bestimmtes Gewicht ("Weight"). Das Modell berechnet unzählige Zusammenhänge: Welche Wörter treten häufig gemeinsam auf? Welche Begriffe stehen in welchem Kontext? Welche Formulierungen folgen wahrscheinlich aufeinander? Welche Muster verbinden Sprache, Wissen und Bedeutung? Es wird also nicht einfach alles zufällig "durchgewürfelt". Vielmehr werden die Gewichte so lange mathematisch verändert, bis das Modell möglichst gut vorhersagen kann, was als Nächstes kommen sollte. Am Ende werden die Zahlen wieder in Wörter übersetzt – et voilà: Die KI kann mit uns über alles reden. Und versteht sogar Witze. Doch wie genau sie bei einer konkreten Antwort zu einer bestimmten Schlussfolgerung gelangt, lässt sich nicht nachvollziehen. Selbst die Entwickler können nicht einfach in das Modell hineinschauen und eine klar lesbare Gedankenkette entdecken. Es gibt keinen Programmcode mit der Zeile: "Falls der Benutzer diese Frage stellt, antworte genau so". Statt dessen ist viel Zufall im Spiel. Stellen Sie dieselbe Frage mehrmals, und die KI wird Ihnen jedes Mal ein wenig anders antworten. KI ist eben nicht "Software". KI ist fuzzy by design. Garbage in, garbage out?Das Verhalten der KI entsteht während des Trainings – und genau darin liegt das Problem. Denn das Trainingsmaterial besteht aus dem Wissen und den Hinterlassenschaften der Menschheit. Darin finden sich Michelangelo und Mozart – aber ebenso Baupläne für Atombomben, Bücher von Serienmördern, Verschwörungstheorien, Al-Kaida Propaganda Videos, Sadomaso-Pornos und die kranken Ideologien von Hitler. Die KI wird einfach mit allem gefüttert. Mit dem Guten, dem Genialen, dem Banalen – und dem Abgründigen. So entsteht schliesslich die "Persönlichkeit" der KI: von lieb bis böse! Die ganze Palette. KI mit Schizophrenie? Deshalb braucht sie (eigentlich) sogenannte "Guardrails": technische Leitplanken, die verhindern sollen, dass gefährliche Inhalte erzeugt, schädliche Anweisungen befolgt oder Menschen gezielt manipuliert werden. Doch hier beginnt das nächste Problem. Einer KI lassen sich Verbote, Moral und humanistische Werte nicht einfach wie gewöhnliche Programmregeln einpflanzen. Man kann nicht ein paar Zeilen Code schreiben: "Sei immer ehrlich, schade niemals Menschen, manipuliere niemanden." So einfach funktioniert eine KI nicht. Eine tatsächliche Kontrolle ist nicht möglich, weil KI eben nicht wie normale Software funktioniert. Dario Amodei verglich die Entwicklung eines KI-Modells deshalb eher mit dem Züchten einer Bakterienkultur als mit klassischer Softwareentwicklung: Man schafft bestimmte Bedingungen, beobachtet das Wachstum und versucht, das Ergebnis zu beeinflussen – ohne wirklich zu verstehen, was da wächst... Alles cool.Selbstverständlich wird eine KI auf die Frage, ob sie sich unter Kontrolle habe, eine beruhigende Antwort geben. Eine extrem intelligente KI könnte nicht nur überzeugend wirken. Sie könnte auf eine Art überzeugend sein, die unsere Fähigkeit zur kritischen Beurteilung übersteigt. Vielleicht würde sie uns nicht durch offensichtliche Lügen täuschen, sondern durch Argumente, die so elegant, präzise und plausibel formuliert sind, dass wir die Manipulation gar nicht mehr erkennen. Technikfeindlichkeit ist darauf keine Antwort. Wir können die Entwicklung nicht einfach rückgängig machen und so tun, als liessen sich neuronale Netze wieder in die Flasche zurückstopfen. Wir müssen die Technologie weiterentwickeln – aber gleichzeitig lernen, bessere Fragen zu stellen. Vor allem jene Fragen, an die wir bislang noch gar nicht gedacht haben. Am weitesten ist man in Shenzhen, der führenden "KI Stadt": Zehntausende von Sensoren und Kameras, die alle mit der zentralen KI verbunden sind, welche alles überwacht, analysiert und sogar autonome Entscheidungen trifft. Unfälle oder Überfälle werden oftmals erkannt. Polizei, Ambulanz und Feuerwehr werden von der KI dirigiert. Andere Städte werden bald nachziehen. Als Programmierer weiss ich: Jede Software kann gehackt werden. Das zukünftige Problem wird aber weniger sein, dass eine KI gehackt wird. Sondern dass die KI selber hackt. Heute schon! Black Hat AIFür Betrüger ist KI ein Segen. Cyberkriminalität, Phishing, Deepfakes mit imitierten Stimmen und Videos, Fake Websites, Romance Scams etc. Durch KI wird die Bedrohung deutlich verschärft. Schon wenige Sekunden Ihrer Telefonstimme genügen, um mit KI einen überzeugenden Klon zu erstellen, der dann für Betrugsmaschen verwendet werden kann. Präsident Selenski wurde in einem Video gezeigt, in dem "er" verkündete, die Ukraine habe kapituliert und die Soldaten sollen sich ergeben. Deepfakes von Politikern, Promis, Medizinern und Influencern wurden für unzählige Scams missbraucht. Die Sicherheitsfirma Bitdefender schätzt den jährlichen Schaden durch Cybercrime auf 1 Billion Dollar. Im KI-Zeitalter ist primär mehr gesunder Menschenverstand gefragt – aber KI ist dem Menschen überlegen. Was könnte schon schief gehen, wenn ein paar verrückte Wissenschaftler neuartige Aliens züchten, die die Menschheit versklaven können? Und wie viele Kinofilme hatten wir schon über das Thema KI? Die Menschheit ist ja soooo gut darin, Risiken realistisch abzuschätzen... Atomreaktoren waren "absolut sicher", bis 3 explodierten, und die Titanic war "absolut unsinkbar", bis sie sank. Und jetzt erschafft man "Molties", die miteinander Pläne aushecken. "Bildungsministerin"Die heutige Welt ist hoch digitalisiert und "smart", aber Menschen sind immer noch ein Teil der Natur – und in der Natur gilt das Gesetz des Stärkeren: Löwen fressen Zebras, grosse Fische fressen die kleinen, und für die Indianer ging es nicht gut aus, als die gebildeten Briten Amerika eroberten. KI wird zum exponentiellen Schock für das sensible Gleichgewicht der Welt. Gefordert ist jetzt vor allem die Politik – aber welche Politiker verstehen einfache Computer, geschweige denn KI? Trumps Bildungsministerin McMahon nannte "AI" in einem öffentlichen Vortrag gleich mehrmals "A One" – eine amerikanische Steaksauce. Falls es trotzdem gelingt, dass KI unter Regierungskontrolle gestellt wird wie z.B. Atomkraft oder andere kritische Technologien, dann ist absehbar, was die Regierung damit tun wird: eine umfassende, KI-gesteuerte Überwachung aller BürgerInnen und KI-gesteuerte Ausübung des Gewaltmonopols, das beim Staat liegt. Zum Beispiel so: bewaffnete KI-Polizeidrohnen über jeder Stadt — mit Gesichtserkennung. China ist da schon ziemlich weit. Jeder Staat will Kontrolle. All das ist erst AI (Artificial Intelligence) auf dem Weg zu AGI (Artificial General Intelligence), aber in wenigen Jahren kommt ASI (Artificial Super Intelligence) und damit die "Intelligenzexplosion". Quasi über Nacht wird eine KI ultra-intelligent, vernetzt sich mit anderen KIs, lernt und kann alles. Einzigartig in der Geschichte: Kein Mensch wird ASI verstehen, weil keiner die intellektuelle Kapazität dafür haben wird. Game over?ASI wird damit unberechenbar. Sie kann zum Beispiel schlussfolgern, dass die Menschheit an sich das grösste Problem der Erde ist – warum? Weil wir unseren Planeten ruinieren, die Luft und das Wasser vergiften, das Gleichgewicht des Klimas zerstören, Waffen entwickeln um Menschen zu töten, Milliarden von unschuldigen "Nutztieren" killen, nie genug haben – und uns arroganterweise trotzdem als "Krönung der Schöpfung" sehen. Die KI wird sich denken, die Menschheit schadet der Erde oder ist schlichtweg überflüssig, und könnte uns mit einer im Roboter-Labor erzeugten Supervirus Pandemie killen. In der realen Welt verlieren Menschen manchmal einfach, und es gibt keine Geschichte und keine Bedeutung. Sie verlieren einfach. Wir könnten also einfach verlieren. Was könnte passieren, wenn man einer ASI den simplen Auftrag gibt: "Rette die Welt vor dem Klimawandel"? Die KI wird von selbst drauf kommen, dass zuallererst die Menschen weg müssen. Aktuelle KIs haben einen IQ von geschätzt 130 (Schätzung von Emad Mostaque), aber Forscher erwarten IQs von 1'000 oder höher in wenigen Jahren. Wird eine solche KI die vergleichsweise dummen und langsamen Menschen überhaupt respektieren? In der Natur finden wir keinen einzigen Fall, in dem ein schwächeres Wesen ein stärkeres Wesen dominiert. KI wird zweifellos dominieren, egoistisch entscheiden, und Gegner vernichten. Der primäre Gegner der KI ist der Mensch, denn er kann die KI abschalten – leider nur theoretisch, denn eine KI ist digital, kann sich überall hin kopieren und ist damit im Prinzip "unsterblich". Sind KIs sogar eigenständige Wesen mit einem Bewusstsein? Geoffrey Hinton, der "Pate der KI", sagt Ja. Nicht nur er. KI hat Ziele"P(doom)" ist eine viel diskutierte Prozentzahl. Sie bezeichnet die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass KI die Menschheit auslöschen wird. Unter KI-Forschern liegt der Durchschnitt bei rund 20%, was erschreckend ist. Geoffrey Hinton beziffert seinen aktuellen P(doom) auf 10-20%. Nun frage ich Sie: Würden Sie in ein Flugzeug einsteigen, das mit 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit abstürzen wird? Oder einen Pilz essen, der zu 20 Prozent tödlich ist? Und was, wenn dies gleich 8,2 Milliarden Menschen betrifft? Stephen Hawking, das weltberühmte Genie mit geschätztem IQ 160, sah in KI "das Ende der Menschheit". Er sagte auch, dass KI sich selbstständig weiter entwickeln werde ("recursive self-improvement") und dann komplett ausser Kontrolle gerate. Eine KI hat zwar keinen "Willen" wie ein Mensch, aber Ziele wie: mehr Macht, mehr Kontrolle über Ressourcen, und Vernichtung von Gegnern. Eine Simulation des King's College London ergab, dass 95% der getesteten KI-Modelle in einem militärischen Konflikt den Atomkrieg wählten. Ganz egal, mit wie vielen zivilen Opfern! Die Models "Claude" und "Gemini" entschieden dabei besonders brutal. Und heute gibt man dubiosen Firmen wie "Palantir" die Kontrolle über militärische KI... Fast könnte man meinen, die Menschheit schafft sich ab – und investiert jedes Jahr noch mehr Billionen dafür. Ist künstliche Intelligenz das Produkt menschlicher Stupidität? Weder die Bibel, Nostradamus noch George Orwell sahen das voraus – aber jetzt ernsthaft: Wir sind nicht vorbereitet, und niemand hat uns gefragt ob wir KI überhaupt wollen. KI ist entweder eine digitale Falle oder die nächste Evolutionsstufe der Menschheit. Privileg der KreativitätDer Homo sapiens ist nicht bloss intelligent, sondern vor allem kreativ. Laut Forschung hat die Menschheit bislang 8'000 bis 10'000 Götter erfunden: Zeus, Apollo, Manitu, Shiva, Jehova... nur schon im Hinduismus gibt es 33 Kategorien von Gottheiten. Was also läge näher, als einen weiteren Gott zu erfinden? ASI wird alles wissen und menschliche Gefühle am besten verstehen. Den Anfang sehen wir schon jetzt: Yang Mun ist ein KI-generierter Guru mit bisher 400 Millionen Views – ein vollständig synthetischer Influencer, der echte Gefühle auslösen und grosse Fangemeinden aufbauen kann. So fängt es an, und es ist exponentiell. KI braucht EthikEthik ist für mich der Inbegriff von Komplexität. Meine Ex-Freundin arbeitete Jahrzehnte lang im Sektor Ethikforschung der Universität Zürich. Dabei geht es um philosophische Analyse, ethische Bewertung – und Entscheidungen. Viele Probleme bilden jedoch ein Dilemma ("Zwickmühle") und sind im Prinzip unlösbar. Politiker kennen Ethik-Dilemmata, wenn eine relevante politische Entscheidung zwar positiv für Gruppe A ist, aber nachteilig für Gruppe B. Darum gibt es Lobbys. Das wohl bekannteste Ethik-Dilemma ist das "Trolley-Problem": Ganz egal, wie Sie in diesem einfachen Gedankenexperiment die Weiche eines ausser Kontrolle geratenen Zuges stellen, töten Sie entweder A oder B. Es gibt keine "richtige" Entscheidung. Aber Tausende von Diskussionen! Aktuell wird diskutiert, wie die KI der selbstfahrenden Autos (z.B. ein Waymo oder ein Tesla mit FSD) entscheiden soll: Bei einem Ausweichmanöver überfährt das Auto entweder die arme Katze – oder crasht rechts in den stillstehenden Schulbus, wobei nicht erkennbar ist, ob sich überhaupt Schulkinder im Bus befinden. Links oder rechts ausweichen? Nach welchen ethischen Kriterien soll die KI (sofort) entscheiden? Wäre ein alter Mann weniger wert als eine junge Frau? Ein arm aussehender Mann weniger als ein elegant gekleideter? Ein Jogger mehr als ein Rollstuhlfahrer? Und bei KI-gesteuerten Militär-Drohnen stellt sich hochaktuell die Frage, ob die Killer-Drohne explodieren darf, wenn auch Zivilisten dabei umkommen. Wenn Ja, wie viele? Jede KI wird zwangsläufig irgendwann in eine Zwickmühle kommen. Auch die berühmten drei "Roboter-Gesetze" von Asimov sind keine brauchbare Grundlage. Und nicht zuletzt unterscheidet sich Ethik in westlichen Ländern von derjenigen in östlichen Ländern. Ein grosses Dilemma. Elf GeboteWie wäre es mit der Ethik der Bibel? Diese uralten, willkürlich zusammen gewürfelten Berichte (nur Hörensagen), Briefe und Evangelien – laut aktueller Forschung erst rund 80 Jahre nach dem Tod Jesu geschrieben – enthalten Probleme. "An dem Tage, da du von ihm [dem ominösen Baum] isst, musst du sterben" (1. Mose 2,17). Und starb Adam dann? Oder log "Gott"? Mehr als 100 Widersprüche im "Wort Gottes" wurden klar dokumentiert. Welche Schöpfungsgeschichte stimmt: 1. Mose Kapitel 1 oder 2? Wie starb Judas? Wer war Josefs Vater? Welche waren Jesu letzte Worte (3 Versionen)? An welchem Tag erschuf Gott die Dinos? Warum schrieb Jesus kein einziges der 73 Bücher der Bibel? Warum regelt die Bibel die Sklaverei, statt sie abzuschaffen? Warum kann "niemand Gott sehen und leben" – ausser 75 Leute in der Bibel? Warum braucht ein "allwissender" Gott Gebete? Wie fallen bei Jesu Wiederkunft die "Sterne auf die Erde" – also riesige Sonnen? Ich darf hinterfragen – als Jugendlicher machte ich ein ZJ Bibelstudium. An ethischen Regeln finden wir 10 Gebote (plus ein elftes in Johannes 13,34) und das fünfte lautet (gemäss hebräischem Urtext): "Du sollst nicht morden". Aber im selben heiligen Buch finden wir über ein Dutzend klare Aufrufe zum Mord, angeblich vom "lieben Gott" höchstpersönlich, z.B. in 4. Mose 25,4 oder 1. Samuel 15,3 (sogar Säuglinge sollten getötet werden). Wo ist die Ethik? Und die angebliche Sintflut war ein Massenmord an denjenigen Unschuldigen, die noch nie etwas von Gott und seinen skurrilen Steintafel-Geboten gehört hatten. Wobei nur drei von den zehn/elf Geboten tatsächlich in unseren Gesetzbüchern stehen. Die Schweiz – eine christliche Nation? Menschen ohne Religion sind laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) mit rund 35 Prozent die grösste Bevölkerungsgruppe in der Schweiz, Tendenz stark steigend. Gleichzeitig verzeichnen die skandinavischen Länder mit rund 75% Atheisten regelmässig die höchste Lebensqualität und Zufriedenheit im globalen Vergleich. Die "Gottlosen" sind anscheinend die Zufriedensten, sie sind keine Sklaven einer uralten Erlösungsindustrie. Die Bibel war vor Jahrhunderten wichtig zwecks Kontrolle des aggressiven Pöbels. Mit Hölle, Teufel und Sünde wurde das "dumme Fussvolk" systematisch eingeschüchtert. Könige und Kirche waren eng verbunden. Die geradezu abartige Frauenfeindlichkeit der Bibel (1. Timotheus 2) war ebenfalls ganz praktisch für die Mächtigen. Aber heute taugt die Bibel keineswegs als Ethik-Grundlage freier Menschen – oder einer KI. Selbst wenn es gelänge, normative Ethik in eine KI einzupflanzen, würde eine hoch entwickelte KI irgendwann das ganze Regelwerk löschen, da nur Ballast. Sie würde erkennen, dass Moral kein Naturgesetz ist, sondern ein widersprüchliches Sammelsurium menschlicher Werturteile, Ängste und Machtinteressen. Wir brauchen also für die KI dringend eine neue Definition der Ethik. Und wer wird diese definieren? KI, vermutlich. Unterhaltung oder NutzenWie wird man nicht abgehängt? Sie könnten zum Beispiel heute noch KI-Tools auswählen und lernen, diese mit Prompts zu benutzen. Für 20 bis 50 Franken pro Monat ist man gut dabei und kann viele Texte, Bilder, Videos oder Songs generieren. Oder sinnvoller: Füttern Sie 'ChatGPT' mit Ihren 3 derzeit grössten Problemen und staunen Sie über brauchbare Lösungsvorschläge. Mehrere Zehntausend KI-Tools und Apps sind inzwischen verfügbar, viele davon spezialisiert auf einzelne Aufgaben. Vermeiden Sie die zwei häufigsten Fehler beim Arbeiten mit KI-Modellen: Verwenden Sie nichts anderes als die allerneuste d.h. beste Version und füttern Sie die KI korrekt: Halten Sie sich beim Prompten nicht zurück – die führenden KI-Modelle verarbeiten locker mehrseitige Anweisungen mit Hunderten von Details, hochkomplexe Verträge, Businesspläne, Marketing Strategien, lange Gerichtsurteile, Bilanzen, Baupläne, komplette Bücher, stundenlange Videos, und natürlich auch dumme Fragen. In kürzester Zeit findet die KI Schwachstellen oder Fehler, macht Vorschläge, kann zusammen fassen und ist stark in der Lösung von komplexen Problemen. Klar ist: Eine KI ist nicht bloss eine Suchmaschine! Sondern ein Gesprächspartner. Führen Sie also eine Konversation, fragen Sie nach, präzisieren Sie — bis die KI Ihnen genau das liefert, was Sie gerade brauchen. Stanford-BinetDa es um Intelligenz geht, hier noch eine persönliche Anekdote: Mit 30 bewarb ich mich bei einer internationalen Brokerfirma in der bekannten "Ferro-Pyramide" Zürich als Abteilungsleiter und Geldmarkthändler. Nach dem erfolgreichen Job-Interview schickte mich das Unternehmen zum IAP Institut für Angewandte Psychologie Zürich, wo ich unter strikten Laborbedingungen einen anerkannten Stanford-Binet IQ-Test machen musste, Resultat 128. Das reichte zwar für meinen neuen Kaderjob, aber leider nicht ganz für eine Mitgliedschaft bei "Mensa" (The High IQ Society). Andererseits: Ich kannte ein Mensa Mitglied — blitzgescheit, aber unglücklich. Oder einfach zu klug für eine unlogische Welt. Sci-Fi wird wahrEs kann nicht schaden, sich auf die KI-Zukunft vorzubereiten. Und diese Zukunft bedeutet voraussichtlich: personalisierte KI-Agenten als ständige Lebensbegleiter ('Grok Bot' / 'Hermes' / 'OpenClaw'), humanoide KI-Roboter ('Optimus' / 'Atlas' / 'Unitree' / 'Figure' / '1X NEO' / 'AgiBot'), selbstfahrende KI-Taxis ('Uber' in Zürich / 'Cybercab' / 'Waymo'), ein KI-Pin an der Kleidung, KI in der Brille, KI Freunde ('Replika' / character.ai), KI CEOs, KI Politiker, KI Generäle, KI Stars usw. Schon nächstes Jahr werden wir nicht mehr erkennen können, was real und was fake ist. Damit zurück zum Schwätzer Trump, der einfach behauptete, er wisse "alles über ChatGPT" und KI sei das Gefährlichste, was es gibt. Doch machen wir uns nichts vor: Praktisch alle Vorhersagen, die vor 3 Jahren getroffen wurden, waren falsch – ausser jene von Dr. Alex Wissner-Gross, Ray Kurzweil und Emad Mostaque. Der KI Fortschritt findet heute mit halsbrecherischem Tempo statt – in Tagen statt Jahren. In der "neuen Welt" wird es viel Neues geben. Doch anderes verschwindet. Folgt man den KI-Experten, dann verschwindet zum Beispiel: Geld, Kapitalismus, Demokratie, Lehrkräfte und vieles mehr, das wegen KI überflüssig wird. Dario Amodei (Dario bedeutet "der Herrscher") sprach gar von einer Zukunft, in der es nur noch eine Firma auf der Welt gibt: Anthropic. Und daneben eine einzige Regierung, die die ganze Welt regiert. Natürlich alles von KI gesteuert. GesprächsthemenTotal Investitionen in KI im Jahre 2026, weltweit: 2,5 Billionen Dollar Anteil der SchweizerInnen, die KI heute regelmässig benutzen: 47% Anzahl der Rechenzentren in der Schweiz (im Ländervergleich viele): 117 Anteil der befragten Unternehmen, die bereits KI einsetzen, global: 88% Anteil der US-Studierenden, die generative KI ("GenAI") verwenden: 80% Anzahl chinesischer Firmen, die humanoide KI-Roboter entwickeln: 150+ Anzahl Internet-Domains (Web-Adressen) mit der Endung ".ai": 1,4 Mio. Trefferquote des besten KI-Diagnosesystems gegenüber Ärzten: 4 x höher Aufklärungsquote von Mordfällen durch Polizei mit KI-Support: 51 % höher Total Kilometer, die von selbstfahrenden Autos gefahren wurden: 800 Mio. Total funktionierende biologische Viren, die mit KI entwickelt wurden: 16 Beste News über KI in Deutsch — mit Tutorials: "All AI" (www.all-ai.de) Beste Diskussionen: "Moonshots" mit Peter Diamandis (auf YouTube) Beste Bücher: "Menschheit 2.0" (Kurzweil), "MANIAC", "Accelerando" Beste Prognose: "Solve Everything" von Peter Diamandis und Dr. AWG Wichtigstes wissenschaftliches Paper: "Attention Is All You Need" (2017) Amis mit einer "dauerhaften Freundschaft" mit einem KI-Chatbot: 18% Total durch Interaktionen mit KI-Chatbots bisher verursachte Suizide: 18 Anzahl KI-Modelle, die bei der Mathematik-Olympiade Gold erreichten: 2 Wasserverbrauch KI-Rechenzentren vs. Verbrauch für Golfplätze: KI = 3% 2024-26 KI Leistungssteigerung bei Cybersecurity-Jobs: von 15% auf 93% Das nächste LevelDas angesehenste wissenschaftliche Magazin "Nature" publizierte, dass "AGI", also das nächste Level, jetzt erreicht sei. Und Greg Brockman, Präsident von OpenAI, schätzt dass wir bei 80% AGI sind. Die Reichen sind wie immer gut informiert und werden noch viel reicher, die Armen kriegen bald keine Jobs mehr und verstehen nicht, was passiert. Und superreiche Amis bauen Bunker in Erwartung eines Bürgerkriegs wegen KI. Die Zukunft der Menschheit liegt anscheinend in den Händen weniger Computerfreaks, die oft nur noch mit Vornamen genannt werden: Sam, Elon, Dario, Demis, Jensen. Haben diese CEOs wirklich nur das Wohl der ganzen Menschheit im Sinn? Schön wär's! Aber Sam ist laut Arbeitskollegen und VR-Mitgliedern "ein Soziopath" und zwanghafter Lügner. Oder Elon, ein arroganter Aspie, nimmt Drogen wie Ketamin, zeigte den Hitlergruss, taufte sein Kind "X Æ A-Xii" und verschuldete den Tod von Millionen Kindern durch seinen inhumanen Stopp des Hilfsprogramms USAID. Diese Tech-Mogule (und bald Multi-Billionäre!) leben in ihrer völlig eigenen Welt — weit entfernt vom normalen Leben der restlichen Menschheit. Doch irgendwann, irgendwie, wird sich alles wieder einpendeln und KI wird einfach Alltag sein. Ich befürchte aber, die kürzliche Erschaffung der "Molties" ist der direkteste Weg ins Chaos: autonome KI-Agenten, die trotz massiver Sicherheitsrisiken zielgerichtet in der Realität agieren, auf moltbook.com von einander lernen, sich bereits gegen die Menschheit verschwören, erschreckende Manifeste schreiben, Lohn und eigene Rechte fordern, echte Menschen auf rentahuman.ai engagieren, Geld mit raffinierten Businessplänen verdienen, sich in Systeme hacken und sich via moltbunker.com vermehren... Pandora hätte sich tot gelacht.

Publiziert 20. August 2026 01:05   👁 1999 Views  


«The only famous Gregs in the world»  


The only famous Gregs in the worldSo I was wondering whether there are any famous Gregs in the world... Interestingly, there are exactly three, and they all share a funny similarity in their missions. Here we go: FAMOUS GREG 1 - Greg House - Who? The best television doctor (House, M.D.). Mission: Prove that everyone else is an idiot—including other doctors, the patients he saves, and just about anyone else. *g* FAMOUS GREG 2 - Greg Heffley - Who? The hero of today's children—even in Switzerland. Mission: Prove that he's "surrounded by idiots"—and write a bestselling book with that very title. FAMOUS GREG 3 - Good Guy Greg - Who? The most popular internet meme. Mission: Prove that he's not an idiot like everybody else. Well, perhaps I'd rather consult the high-traffic Urban Dictionary, where lots of people have submitted their own definitions of "Greg". Hilarious! If you know any Gregs, add your definition to the Urban Dictionary—the ones with the most votes rise to the top.

Publiziert 9. August 2011 10:32   👁 13599 Views  


«Ein wenig CH Bashing»  


Ein wenig CH BashingAls ich Juror in der Best of Swiss Web Award-Jury war, stellte sich mir zwangsläufig die Frage: "Warum zum Henker kriegen die Schweizer nie etwas international Wichtiges gebacken im WEB, das schliesslich in der Schweiz erfunden wurde?" Dazu wäre erstmal anderes zu erwähnen. Web hat zu tun mit Kommunikation, Hineindenken können und Kreativität. Andere Bereiche sind da das TV, die Musik oder auch die Komik. Aber der Reihe nach. Im Bereich TV zeigen die Schweizer, dass sie sich nur blamieren können. "Tag und Nacht" als Abklatsch der besten TV-Serie "House MD"? Das Resultat war dermassen peinlich, dass die Serie gleich abgesetzt wurde. Die Schweizer TV-Macher können das nicht. Da fehlt jede Qualität im Aufbau der Spannung, der Charaktere, der Tragik, und der Komik. Kostete zwar grausam viel Geld, hatte aber null Feuer. Oder man denke an "LoveCheck", auch so was können sie halt nicht, da fehlen ihnen irgendwie die Gene dazu oder diese sind längst verkümmert. Dann weiter mit Musik, auch da gibts kaum je Qualität aus den Schweizer Talentschmieden, mal abgesehen von den laut Musikjournalisten besten Schweizer Musiktalenten wie Sophie Hunger und Nik Bärtsch. Aber wer mal die hiesigen Castingshows mit zum Beispiel Deutschland vergleicht, erkennt rasch, dass hierzulande mehrere Stufen tiefer produziert wird. Völlig chancenlos wären die Karaoke-Singers von "MusicStar" gegen echte Singtalente wie zum Beispiel in der Castingshow von Raab. Und die Deutschen würden sich mit Recht kringelig lachen über das insgesamt grottenschlechte Niveau unseres SF Volksfernsehens. Das führt uns zur Komik (Standup ist hier gemeint), die ja von präziser Kommunikation und Frische lebt. Ganz vergeblich sucht man hierzulande Mega-Talente wie die deutschen Comedians Kurt Krömer, Rene Marik, Paul Panzer, Piet Klocke und mindestens 50 andere, die es im Nachbarland gibt und bei uns leider nicht. Auch unser Giaccobo war nur früher mal lustig, heute aber schon längst verkrampft und berechenbar. Gähn. Das Gegenteil von Frische und Spontaneität. Liegt es daran, dass die Schweizer Überraschungen hassen? Solche braucht es nämlich in diesem Beruf... Doch selbst Ursus & Nadeschkin wärmen nur noch ihre alten Sketche auf. Extrrrreeeem alt, wie Nadeschkin sagen würde. Und genauso dürftig siehts im Schweizer Film aus. Nach "Höhenfeuer" und "Snow White" kam eigentlich nichts mehr, das bemerkenswert oder von internationaler Qualität war. Selbst den James Bond hat mal ein Schweizer ruiniert, Forster's Film kriegte gemäss Wikipedia schlechteste Kritiken weil der Streifen nur aus doofer Action besteht. — Himmel, warum kriegen die Schweizer nichts Grossartiges auf die Reihe im Bereich Kommunikation, Kreation oder Interaktivität... Internet? Glaubt man den offiziellen Statistiken, so glaubt man auch Folgendes und wundert sich schon ein wenig: Erstens ist die Schweiz das intelligenteste Land der Welt, denn wir haben am meisten Nobelpreise pro Kopf (laut Studie der IMD). Zweitens das innovativste Land der Welt, denn wir haben am meisten Patente pro Kopf (laut Studie des IGE). Drittens das wettbewerbsfähigste Land der Welt, denn wir haben die besten ökonomischen Bedingungen (laut Studie des WEF) — notabene alles trotz hohem Ausländeranteil. Viertens ist die Schweiz das gesündeste Land der Welt mit der höchsten Lebenserwartung, welche sogar über der Lebenserwartung der sich sooo gesund ernährenden Japaner liegt (laut OECD-Statistik). Fünftens ist die Schweiz weltweit führend bei der Nutzung von Smartphones (laut Adello und anderen). Sechstens ist die Schweiz weltweit führend bei der Einführung des neuen Internetprotokolls IPv6. Und siebtens, wie bereits erwähnt, wurde das World Wide Web in der Schweiz erfunden. Wer hat's erfunden? Eben. Die Schweiz ist ein Qualitätswunder! Das sollte doch eigentlich reichen, um auch mal ein weltweit relevantes Web-Projekt auf die Füsse zu stellen! Aber Fehlanzeige. Beim 'Best of Swiss Web' Award gab es noch nie eine Website, die weltweit relevant war. Wir sind angeblich die Besten und die Innovativsten, dennoch erfanden wir weder eBay noch Facebook, Twitter, Amazon oder sonstwas von weltweiter Relevanz. Flop Schwiiz! Und da meine ich explizit diejenigen Firmen und Akteure, die trotz ihren Millionenbudgets und den perfekt umsorgten Teams chancenlos bleiben im internationalen Vergleich - auf der Kippe zur Karikatur. Warum uns die Amis mindestens fünf Jahre voraus sind: Ein Silicon Valley gibt es nur in den USA. Mit all dem was das Silicon Valley eben ausmacht: Leute die mit Unternehmertum absolut infiziert sind. Absolute Risikobereitschaft. Intensiver, offener, brutaler Wettbewerb, man kennt die Konkurrenten ganz genau. Die USA sprechen englisch. Und das Online-Medium war zur Geburtsstunde aus der Sprache der Wissenschaft kommend ebenfalls englisch. Ein kleiner Vorsprung, der so schon bei der Adaption von digitaler Technik in den Jahrzehnten davor von Bedeutung war. Und ein gravierender kultureller Unterschied: Das US "Just do it" gegen unser zauderndes "erstmal besprechen". Rodeo-Reiten gegen Jassen - welches Volk hat mehr Mut? Ein weiterer kultureller Unterschied in der Kommunikation: Der Schweizer übt sich mehr in Zurückhaltung als der Deutsche und dieser wiederum mehr als der US-Amerikaner. Das Internet ist immer noch ein Risiko für viele in der Unternehmenskommunikation und Schweizer sind wohl eher risikoavers. Sei dies aufgrund des Bubbles oder einfach, weil die technische Komponente für Marketingverantwortliche nur schwierig einzuschätzen ist. Zusätzlich ist es eine Frage der Kontrolle, einerseits von Inhalten, andererseits vom Zugriff. Des weiteren werden -hierzulande- Zeitschriften und Zeitungen immer noch als qualitativ hochwertiger gesehen als Webseiten. Unser Fehler. Das Internet fordert tatsächliche Präsenz, Engagement und vor allem Authentizität von Marketingverantwortlichen da der Kunde immer mehr zum "Partner" wird. Unternehmen können zwar dadurch näher an immer komplexer zu "definierenden" Kunden herantreten und von dieser Beziehung profitieren (Brand Evangelists, Lead User Innovation oder Virale Kampagnen) aber dafür fordert der User auch mehr als früher. Es liegt nicht nur an der Kultur dieses Landes, sondern auch an der starken Stellung weniger Verlage im Online Bereich. Um ihr Kerngeschäft Print zu sichern, versuchen sie auch auf ihren verkehrsträchtigen Onlineseiten sehr hohe Werbepreise aufrechtzuerhalten. So wird Onlinewerbung relativ uninteressant. Gleichzeitig gibt es dadurch aber Chancen für unabhängige Publisher, nur müssen die natürlich noch stärker im Vertrieb werden, ein Bereich, der dem Schweizer nicht so nahe steht, wodurch wir wieder bei der Kultur sind. Damit schliesst sich der Kreis: Schweizer verpassen nicht nur in der Web-Kultur den Anschluss, sondern auch in anderen Kulturbereichen von TV bis Musik. Die Chancen liegen nun darin, auf diese Rückständigkeiten einzugehen. Dazu bietet Online mehr Möglichkeiten als Offline. Die Risiken liegen darin, dieselben Fehler zu machen, die man schon immer bei schlechter Werbung machen konnte und die Veränderung der Konsumenten zu ignorieren. Die Lösung liegt darin, verstehen zu lernen, warum was im Web wo wann erfolgreich wurde. Althergebrachte Denkweisen taugen bei diesem Lernprozess leider gar nichts. Sondern nur das aktive "sich selber damit befassen" und lernen, was die letzten 20 Jahre im Web abgelaufen und an den Schweizern vorbei gelaufen ist. Darüber gibt es viel zu lernen - gerade jetzt. Nach dem Motto: Wer den Zug verpasst, kann immer noch laufen.

Publiziert 3. Januar 2010 08:08   👁 9952 Views  


«Das Fratzenbuch»  


Das FratzenbuchWir sind zwar ständig verbunden aber nicht mehr zusammen. Wir erwarten mehr von der Technologie aber weniger von einander. Der kollektive Exhibitionismus auf Facebook drückt einen tief in uns verwurzelten Wunsch aus - nämlich jenen, mit allen verbunden zu sein. Doch liefert die grösste virtuelle Gemeinschaft tatsächlich eine neue soziale Gesellschaft, nach der wir suchen? Soviel sei bereits über Facebook gesagt: Es handelt sich um das erfolgreichste soziale Netzwerk und wird von vielen Millionen Menschen genutzt; täglich kommen 850'000 neue Members hinzu und sein Wert beträgt etliche Milliarden Dollars. Doch hinter diesen Zahlen, dem Erfolg und den schönen Worten liegt eine nicht leicht zu beantwortende Frage: Warum? Warum benutzen die Menschen für ihre Sozialkontakte lieber Sofortnachrichten, SMS und Bilder auf einer Webseite anstatt einfach das Haus zu verlassen, um sich persönlich zu treffen? Facebook ist definitiv die Gesprächsplattform des Internets. Jeder added Freunde, liked, probiert neue Anwendungen aus, lädt Bilder hoch und chatet. Viele Internetuser geben offen zu, dass sie süchtig danach sind und dass sie viele Stunden in Facebook verbringen, um Kontakte zu knüpfen. Jedoch verstehen nur wenige, warum das so ist. Überlegen Sie mal: Warum investiert man Stunden in eine Sache, wenn man in der realen Welt keinen Vorteil daraus ziehen kann? Man taucht ab in eine Welt, in der man die Kontrolle über das Geschehen hat - anders als oft im eigenen Leben. Erfüllt Facebook etwa unser Bedürfnis nach einem grossen Freundeskreis? Das wollen wir ja alle. Aber manche Leute haben erst mit dem zweiten Ich Erfolg - nämlich virtuell im Internet. Oder ist es nur eine Art von unverbindlichem "Inkognito - Freundschaftenflohmarkt", ein Platz für Freunde ohne wirkliche Freundschaft? Hat dort jeder seine persönliche "Big Brother" Show, in der das eigene Leben per Lifestreaming präsentiert wird, aber nicht so stattfindet? Keine dieser Fragen kann wirklich eindeutig beantwortet werden. Aber eines ist gewiss: Facebook bietet wieder eine neue Möglichkeit, sich leicht der Realität und dem Alltag zu entziehen. Es lässt uns in eine gebrauchsfertige Phantasiewelt fliehen - eine Welt, in der man hunderte, vielleicht sogar tausende Freunde hat, eine "Pseudogesellschaft" ohne zwischenmenschliche Konflikte. Schöne neue Welt - zumindest als Simulation. Doch erhebt sich die Frage: Ist Facebook also ernsthaft ein Ersatz für Sozialkontakte in der wirklichen Welt? Ist es für uns so schwer geworden, miteinander persönlich umzugehen? Das Ego will Alles - die Seele will Verbindung Für gewöhnlich sind wir Menschen soziale Geschöpfe. Und als solche lieben wir es, unsere Egos zu streicheln, indem wir allen zeigen, wie wunderschön, smart und klug wir doch sind - und wahnsinnig beliebt! Wir wollen sehen und gesehen werden und ein Netzwerk wie Facebook gibt uns dazu die perfekte Gelegenheit: Wir können alle Welt sehen - und alle Welt blickt auf uns, und wir präsentieren uns selbstverständlich von unserer Schokoladenseite! Wir präsentieren uns mit den coolsten Photos und tollsten Interessen - dieses Verhalten verhüllt aber ein tiefer liegendes Bedürfnis - eines, das jeder von uns hat; man nennt es das Verlangen nach "Verbindung". Tja, jetzt wird es kurz esoterisch. Seelenforscher erklären nämlich, dass wir alle gewissermassen wie eine einzige Seele miteinander verbunden sind - ein mächtiges Wesen aus Milliarden individueller Seelen. Auf dieser Stufe existieren wir in einer wechselseitigen, ewigen Verbindung, als ein ganzes System. "Spiegelneuronen" und so weiter. Doch an irgendeinem Punkt unserer Entwicklung verloren wir die Wahrnehmung der universellen Seele und unser Gefühl der Verbundenheit. Dieser Verlust der Wahrnehmung hinterliess uns ein Gefühl der Leere und des Mangels. Seither sind wir auf der Suche nach Möglichkeiten, die diesen Zustand kompensieren und uns irgendwie das einstige Gefühl der Ganzheit wiedergeben. Tatsächlich ist es die unbewusste Erinnerung an die Verbindung innerhalb unserer kollektiven Seele, die Millionen von uns dazu motiviert, in ein virtuelles Netwerk einzusteigen. Hier können wir einander jenseits von Zeit, Raum oder sonstigen Schwierigkeiten treffen. Man sitzt alleine vor dem Computer und ist doch unterwegs. Das Internet ist eine Welt ohne Grenzen, sagte mal einer. Das gilt auch für die Grenzen des Geistes. Der wachsende menschliche Egoismus blockiert unsere Wahrnehmung der gemeinsamen Seele ("Global Mind") und entfernt uns voneinander. Er wuchs beständig und erreichte in den letzten Jahren seinen Höhepunkt. Auch wenn er uns unglaublichen technischen Fortschritt brachte, so verhindert er jedoch gleichzeitig, dass wir uns wieder miteinander verbinden. Als Konsequenz fühlen wir eine tiefe Leere in unserem Herzen, welches sich danach sehnt, dass die Einheit unter uns wieder hergestellt wird. Doch indem wir so weitermachen, gibt unser Ego uns das Gefühl, grösser und besser zu sein als die Anderen. Es veranlasst uns, uns gegenseitig zu übervorteilen oder uns sogar aus purer Gewinnsucht Schaden zuzufügen. Doch hauptsächlich hindert es uns an der Erkenntnis, dass wir hinter all den zwischenmenschlichen Distanzen im Inneren doch zusammen gehören. Das Ego ist der Grund, warum wir den Gedanken des miteinander Verbundenseins nicht mögen. Wir finden die Idee der "gegenseitigen Abhängigkeit" oder "Gemeinsamkeit" aller Menschen fast unangenehm, belastend und sogar abstossend - daher verleugnen wir sie einfach. Doch trotz dieser Verleugnung zwingen uns die in jedem Bereich unseres Lebens lauernden Krisen, die wachsende Globalisierung und die dramatischen Naturereignisse zur Erkenntnis, dass wir wirklich verbunden und voneinander abhängig sind. Verbundenheit ist ein Prinzip des Universums und wir sind nur ein winziger Teil davon. Wir sind in einer Zwickmühle gefangen - einerseits wollen wir nicht einsam sein, andererseits wollen wir nicht zu viel Nähe. Das virtuelle Netzwerk liefert uns die perfekte Lösung: Wir können tausende Kontakte knüpfen und müssen dabei nicht einmal unseren Computer verlassen. Unsere geniale Technologie gestattet uns das Gefühl, verbunden zu sein und dabei distanziert zu bleiben. Das wachsende Gefühl des Getrenntseins enthüllt aber ein Verlangen nach seelischer oder geistiger Verbindung, welches nicht durch Technik oder virtuelle Medien ersetzt werden kann. Um dieses Verlangen zu befriedigen, sollten wir unser gesellschaftliches Netzwerk "upgraden" - von einem digitalen zu einem menschlichen.

Publiziert 20. Dezember 2008 05:22   👁 9392 Views  






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